IASB Liabilities (IAS 37 amend)

Zugehörige Veranstaltungen

  • 152. DSR-Sitzung
  • 03.01.2011
  • 152. DSR-Sitzung
  • 03.01.2011
  • IAS 37 legal disput

    Der DSR informiert sich über die aktuellen Aktivitäten des IASB bezüglich des Projekts Liabilities – amendment to IAS 37.

    Gemäß geändertem Projektplan ist die Fertigstellung nicht bis Mitte 2011 vorgesehen, sondern die Veröffentlichung eines weiteren Exposure Drafts – voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2011. Allerdings ist von Seiten des IASB vorgesehen, dass vorab ein Staff Paper veröffentlicht wird, zu dem sich die interessierte Öffentlichkeit positionieren kann, um den IASB-Staff bei der zielgerichteten Weiterentwicklung der IAS-37-Änderungen zu unterstützen.

    Der DSR hat sich im Zusammenhang mit den aktuellen Entwicklungen zu IAS 37 insbesondere mit den IASB-Staff-Vorschlägen bzgl. der Behandlung von Rechtsstreitigkeiten befasst und festgestellt, dass die Staff-Vorschläge eine bedeutende Veränderung im Vergleich zur gegenwärtigen Behandlung bedeuten würden.

    Inwieweit sich der DSR bei der Weiterentwicklung der IASB-Staff-Vorschläge beteiligen wird, wurde vorerst nicht entschieden. Zunächst soll durch eine informelle Umfrage eruiert werden, inwiefern aus deutscher Sicht ein Interesse besteht bzw. die Notwendigkeit gesehen wird, in dieser Phase des Projekts (Staff Paper) Einfluss auf die Entwicklungen zu nehmen.

  • 143. DSR-Sitzung
  • 12.04.2010
  • 143. DSR-Sitzung
  • 12.04.2010
  • IASB ED amend IAS 37

    Der DSR diskutiert den zweiten Stellungnahmeentwurf zum ED/2010/1 Measurement of Liabilities in IAS 37 und beschließt, den Wortlaut der Stellungnahme stellenweise zu überarbeiten.

    Nach Auffassung des DSR ist widerlegbar zu vermuten, dass Unternehmen grundsätzlich im Rahmen ihres Geschäftsmodells ihre Verpflichtungen selbst erfüllen; die Bewertung der Verpflichtung erfolgt dann mit dem Erfüllungsbetrag. Nur in Fällen, in denen das Unternehmen die Absicht und die Möglichkeit hat, die Verpflichtung abzulösen oder zu übertragen, ist die Verpflichtung mit dem Wert anzusetzen, der sich bei beabsichtigter Ablösung oder Übertragung ergibt.

    Der DSR erörtert das speziell zum Ansatz von Rechtsstreitigkeiten veröffentlichte IASB Staff Paper Liabilities IFRS to replace IAS 37: Recognising liabilities arising from lawsuits. Der DSR bestätigt seine bisherige Auffassung, dass in Fällen, in denen keine Schuld vorliegt, eine Zahlung jedoch wahrscheinlich ist (z.B. bei einem Vergleich), keine Rückstellung zu bilden ist, da das Ansatzkriterium des Vorliegens einer gegenwärtigen Verpflichtung nicht erfüllt ist.

  • 142. DSR-Sitzung
  • 25.03.2010
  • 142. DSR-Sitzung
  • 25.03.2010
  • IASB ED amend IAS 37

    Der DSR erörtert den Entwurf einer Stellungnahme an den IASB und berücksichtigt dabei auch die Ergebnisse aus der öffentlichen Diskussion vom 8. März 2010. Im Rahmen der Erörterung werden die in der letzten DSR-Sitzung getroffenen Entscheidungen bestätigt.

    Der DSR lehnt weiterhin den im ED vorgeschlagenen Bewertungsgrundsatz ab und präferiert einen dem management approach folgenden Grundsatz, der auf den vom Unternehmen geplanten Weg der Verpflichtungsbefriedigung abstellt. Da Verpflichtungen zumeist durch Erfüllung befriedigt werden, plädiert der DSR für eine entsprechende widerlegbare Vermutung. Damit würden Verpflichtungen regelmäßig zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag (fulfilment value) bewertet. Nur sofern das Unternehmen die Absicht hat, die Verpflichtung zu transferieren oder vorzeitig abzulösen, sind die sich daraus ergebenden Beträge (cancel oder transfer value) zu berücksichtigen.

    Der DSR bevorzugt die im bisherigen IAS 37 enthaltene Bewertungsmethodik und lehnt die im ED vorgeschlagene Ausweitung der erwartungswertbasierten Bewertung (expected value) auf Einzelverpflichtungen ab.

    Zudem sollen Risiken bzw. Unsicherheiten entgegen der Auffassung des ED (risk margin) nach Auffassung des DSR in gleicher Art und Weise berücksichtigt werden wie nach dem geltenden IAS 37.

    Die Ansatzkriterien des geltenden IAS 37 beinhalten zwei Wahrscheinlichkeits-schwellen, die beide nicht in den ED übernommen wurden: zum einen in Bezug auf die Existenz einer Verpflichtung und zum anderen in Bezug auf einen wahrscheinlichen Ressourcenabfluss. Der DSR spricht sich in der Diskussion zum ED für die Beibehaltung der Wahrscheinlichkeitsschwelle in Bezug auf die Existenz einer Verpflichtung aus. Die zweite Wahrscheinlichkeitsschwelle ist nach der Auffassung des DSR nicht erforderlich, sofern im ED der best estimate im Sinne des geltenden IAS 37 angewendet wird.

    Darüber hinaus wurden einzelne Formulierungsvorschläge im Stellungnahmeentwurf diskutiert und angepasst.

  • 141. DSR-Sitzung
  • 05.03.2010
  • 141. DSR-Sitzung
  • 05.03.2010
  • IASB ED amend IAS 37

    Der DSR diskutiert den Fragenkatalog des Standardentwurfs ED/2010/1 Measurement of Liabilities in IAS 37 und erzielt folgende Diskussionsergebnisse:

    Frage 1: Bewertungsgrundsatz

    Unter Einbeziehung der Konkretisierungen zum fulfilment value, welche auf marktbasierte Erwartungswerte abstellen (price a contractor would charge, amount the entity would charge), stimmt der DSR – abweichend zur Diskussion in der 140. DSR-Sitzung – dem in Paragraf 36A des ED dargelegten Bewertungsgrundsatz nicht zu.

    Er bemängelt die Formulierungen rationally pay und to be relieved. Nach seiner Auffassung ist ein Bewertungsgrundsatz, der stärker dem management approach folgt und primär auf einen unternehmensspezifischen Erfüllungsbetrag abzielt, zu bevorzugen. Entsprechend ist zur Bewertung der fulfilment value heranzuziehen, es sei denn, das Unternehmensmanagement hat die Absicht, die Verpflichtung zu transferieren bzw. abzulösen.

    Der fulfilment value ist hier nicht als current value im Sinne einer fair value notion (price), sondern als kostenbasierter Wert (amount that the entity would incur, present value of future cash flows to fulfil) zu interpretieren.

    Indem der DSR auf den management approach Bezug nimmt, bestätigt er seine in der 140. DSR-Sitzung geäußerte Auffassung zu den Paragrafen 36 B und C des ED: Allein die Möglichkeit, die Verpflichtung auf einen Dritten zu übertragen oder die Verpflichtung zu annullieren, ist nicht hinreichend, um einen niedrigeren cancel oder transfer value heranzuziehen. Zusätzlich muss auch die Absicht, die Verpflichtung auf einen Dritten zu übertragen oder die Verpflichtung abzulösen, vorliegen.

    Für Fälle, in denen der fulfilment value den cancel oder transfer value übersteigt und in denen dennoch ein fulfilment erfolgen soll, wird vom DSR angeregt zu prüfen, ob ggf. ein multi element arrangement (z.B.: trotz günstigerer Auslagerungsalternative Selbsterfüllung, um Aufbau/Erhaltung/Ausbau einer Kundenbeziehung sicherzustellen) ursächlich ist, dessen getrennte bilanzielle Erfassung zu hinterfragen ist.

    Frage 2: Bewertung von Service Obligations

    Der DSR lehnt eine erwartungswertbasierte Bewertung für Einzelverpflichtungen ab. Der von ihm bevorzugte Wertansatz best estimate ist im Sinne von most likely outcome zu interpretieren.

    Bei der Differenzierung zwischen service und non-service oligations sieht der DSR Abgrenzungsprobleme und konstatiert, dass gemäß dem vom DSR präferierten Bewertungsgrundsatz eine derartige Differenzierung nicht erforderlich ist. (Entsprechend bezieht sich die vorab geäußerte Ablehnung des expected value für Einzelverpflichtungen nicht nur auf service obligations.)

    Ablehnung erfährt ferner die Berücksichtigung einer Gewinnmarge bei der Ermittlung eines unternehmensspezifischen Erfüllungsbetrags, da sie nicht die ökonomische Realität einer make or buy-Entscheidung widerspiegelt. Kritisch hinterfragt der DSR auch die Buchungen: Wenn in Periode 1 Aufwand plus Gewinnmarge zurückgestellt werden, wie ist dann bei Rückstellungsauflösung mit der Gewinnmarge zu verfahren? Würde es infolge der Rückstellungsauflösung zu einem Ausweis von Umsatzerlösen kommen?

    Die Berücksichtigung zukünftiger Ereignisse wird vom DSR befürwortet. Ausgenommen sind gemäß B13 künftige Ereignisse, welche die Natur der gegenwärtigen Verpflichtung ändern oder neue Verpflichtungen begründen. Die Abgrenzung zwischen diesen Ereignissen geht nach Auffassung des DSR nicht deutlich genug aus dem Standardtext hervor. Kritisch diskutiert wird die Eignung des von IASB angeführten Beispiels möglicher Gesetzesänderungen.

    Risikoanpassungen werden vom DSR nicht befürwortet. Hintergrund bildet u.a. die Auffassung, dass bei einer Erwartungswertermittlung sämtliche mögliche Ausgänge bei der Bewertung berücksichtigt werden. Auch beim vom DSR präferierten best estimate für Einzelverbindlichkeiten wird die Einbeziehung einer Risikomarge kritisch diskutiert.

    Frage 3: Onerous Contracts

    Der DSR erörtert den Vorschlag des IASB, Verpflichtungen im Anwendungsbereich von IFRS 4 und IAS 18 vom Anwendungsbereich des Nachfolgestandards von IAS 37 auszunehmen (bspw. Gewährleistungen), solange die Überarbeitung dieser Standards nicht abgeschlossen ist.

    Der DSR stellt fest, dass innerhalb des von ihm präferierten cost approach eine Ausnahmeregelung nicht erforderlich wäre. Sollte der Board an seinem Ansatz festhalten, stimmt der Rat der Ausnahmeregelung jedoch vorläufig zu.

  • 140. DSR-Sitzung
  • 01.02.2010
  • 140. DSR-Sitzung
  • 01.02.2010
  • ED amend IAS 37

    Der DSR beginnt die Diskussion des Standardentwurfs ED/2010/1 „Measurement of Liabilities in IAS 37“.

    Dem in Paragraf 36A des ED dargelegten Bewertungsgrundsatz stimmt der DSR grundsätzlich zu. Hinsichtlich der diesen Grundsatz konkretisierenden Regelungen der Paragrafen 36B und 36C bestehen innerhalb des DSR unterschiedliche Auffassungen, wie die Anforderungen zu verstehen sind.

    Insbesondere ist aus Sicht des DSR unklar, welche konkreten Nachweisanforderungen durch Paragraf 36C, Satz 2 („If there is no evidence that an entity could cancel or transfer an obligation for a lower amount, …“) dem Bilanzierenden auferlegt werden. Es wird festgestellt, dass in Verbindung mit den Ausführungen in der Basis for Conclusions anzunehmen ist, dass laut IASB-Vorschlag Verbindlichkeiten normalerweise mit dem Erfüllungsbetrag (fulfilment value) bewertet werden sollen. Lediglich wenn die Möglichkeit und die Absicht bestehen, die Verpflichtung auf einen Dritten zu übertragen oder die Verpflichtung zu annullieren und weiterhin der aufzuwendende Betrag für eine dieser Alternativen niedriger ist als der Erfüllungsbetrag, soll dieser niedrigere Betrag herangezogen werden.

    Der DSR stellt fest, dass dies nicht eindeutig aus den Vorschlägen des ED/2010/1 hervorgeht. Aus Sicht des DSR bedürfen die Regelungsvorschläge des IASB daher der Klarstellung bzw. Konkretisierung.

    Darüber hinaus teilen einige DSR-Mitglieder die im Standardentwurf enthaltene alternative Ansicht von sechs IASB-Mitgliedern zu Paragraf B8, in dem die Ermittlung des Erfüllungsbetrags beschrieben wird.

    Die Diskussion des ED/2010/1 wird der DSR in der kommenden Sitzung fortsetzen.