IASB Remeasurement on a Plan Amendment, Curtailment or Settlement/ Availability of a Refund from a Defined Benefit Plan (Proposed amend IAS 19 and IFRIC 14)

Aktueller Stand

Im Juni 2015 hat der IASB einen Entwurf für Änderungen an IAS 19 und IFRIC 14 (ED/2015/5 Remeasurement on a Plan Amendment, Curtailment or Settlement/Availability of a Refund from a Defined Benefit Plan – Proposed amendments to IAS 19 and IFRIC 14) veröffentlicht und um Stellungnahmen bis zum 19. Oktober 2015 geben. Die Auswertung der eingegangen Stellungnahmen führt zum Beschluss des IASB, IFRIC 14 wie vorgeschlagen zu ändern. Hinsichtlich der Änderungen an IAS 19 hat der Board das IFRS IC gebeten, nochmals den Sachverhalt von minor plan events zu diskutieren. Das IFRS IC hat sich gegen eine explizite Berücksichtigung von minor plan events ausgesprochen. Nun muss der Board in einer seiner nächsten Sitzungen entscheiden, ob er IAS 19 entsprechend den Vorschlägen im ED ändert.

Zielsetzung und Hintergrund

Mit den vorgeschlagenen Änderungen möchte der IASB die bereitgestellten Informationen für die Nutzer verbessern und Unterschiede in der Bilanzierung beseitigen.

Die Änderungsvorschlägen gehen auf Anfragen bei IFRS IC vom Januar 2014 (IAS 19) und März 2014 (IFRIC 14) zurück. In der Anfrage bzgl. IAS 19 wurde um Klarstellung gebeten, ob nach einer Änderung, Kürzung oder Erfüllung eines leistungsorientierten Pensionsplans (im Folgenden: Planereignis) der laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen auf Basis der zum Zeitpunkt des Planereignisses gültigen versicherungsmathematischen Annahmen neu zu bestimmen sind. In der IFRIC 14 betreffenden Anfrage wurde um Klarstellung gebeten, ob ein Unternehmen einen unbedingten Anspruch auf die Rückerstattung einer Vermögensüberdeckung bei einem Pensionsplan hat, wenn ein vom Unternehmen unabhängiger Dritter (z.B. der Treuhänder) die Befugnis hat, die zu zahlenden Leistungen an die Planmitglieder zu erhöhen, den Plan aufzulösen oder beides zu tun und dieses zu jeder Zeit ausüben kann und unabhängig von der Zustimmung oder den Absichten des Unternehmens ist.

Als Antwort auf die Anfrage zu IAS 19 schlägt der IASB vor, dass der laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen nach einem Planereignis auf Basis der zum Zeitpunkt des Planereignisses gültigen versicherungsmathematischen Annahmen neu zu berechnen sind, wobei für die Bestimmung der Nettozinsen die Nettoschuld nach dem Planereignis zugrunde zu legen ist. Weiterhin wird klargestellt, dass die Periode für einen nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand der Bilanzstichtag des letzten Geschäftsjahres ist, d.h. der laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen im Zeitraum vor dem Planereignis werden nicht geändert.

Hinsichtlich IFRIC 14 schlägt der IASB im Entwurf die Klarstellung vor, dass ein unbedingter Anspruch auf eine Rückerstattung einer Vermögensüberdeckung nicht vorliegt, wenn ein Dritter diese Vermögensüberdeckung ohne Zustimmung des Unternehmens anderweitig nutzen kann. Davon zu unterscheiden ist die Befugnis des Dritten, Investitionsentscheidungen zu treffen, z.B. den Erwerb von Annuities. Diese Investitionsentscheidungen haben keinen Einfluss auf den Anspruch auf Rückerstattung, da hierbei Planvermögen geschaffen wird und nicht die Leistung der Planmitglieder verändert wird. Ebenfalls wird der unbedingte Anspruch auf eine Rückerstattung nicht beeinflusst, wenn das Recht des Dritten auf eine Verwendung der Vermögensüberdeckung von einem Ereignis abhängt, das der Dritte nicht vollständig kontrolliert (z.B. Insolvenz des Unternehmens). Bei der Beurteilung seines unbedingten Anspruches auf eine Rückerstattung hat das Unternehmen die zu diesem Zeitpunkt geltenden oder in Kürze geltenden (substantively enacted) gesetzlichen Vorschriften sowie die mit dem Pensionsplan vertraglich vereinbarten Regelungen zu berücksichtigen.

 

Zugehörige Dokumente & Konsultationen

Titel Datum
ED/2015/5 Remeasurement on a Plan Amendment, Curtailment or Settlement/Availability of a Refund from a Defined Benefit Plan - Proposed amendments to IAS 19 and IFRIC 14
Juni 2015

Befassung durch das DRSC

Die Diskussionen beim IASB und beim IFRS IC werden vom DRSC eng verfolgt. Der IFRS-Fachausschuss hat sich in seiner 40. und 41. Sitzung intensiv mit den Änderungsvorschlägen auseinandergesetzt. In der Stellungnahmen zum ED wird sich zustimmend zu den Änderungsvorschlägen an IFRIC 14 und ablehnend zu den vorgeschlagenen Änderungen an IAS 19 geäußert.

Zugehörige Veranstaltungen

  • 41. Sitzung IFRS-FA
  • 03.09.2015
  • 41. Sitzung IFRS-FA
  • 03.09.2015
  • IASB ED/2015/5 Vorgeschlagene Änderungen an IAS 19 und IFRIC 14

    Der IFRS-FA verabschiedet seine Stellungnahme an den IASB zum IASB-Entwurf ED/2015/5 Neubewertung bei einer Planänderung, -kürzung oder -erfüllung / Verfügbarkeit einer Rückerstattung aus einem leistungsorientierten Plan sowie seine Stellungnahme an EFRAG zu deren Stellungnahmeentwurf zum ED/2015/5. In den Stellungnahmen bringt der IFRS-FA seine Zustimmung zu den Änderungsvorschlägen an IFRIC 14 und seine Ablehnung der vorgeschlagenen Änderungen an IAS 19 zum Ausdruck.

  • 40. Sitzung IFRS-FA
  • 30.07.2015
  • 40. Sitzung IFRS-FA
  • 30.07.2015
  • IASB ED/2015/5 Vorgeschlagene Änderungen an IAS 19 und IFRIC 14

    Der IFRS-FA diskutiert den IASB-Entwurf ED/2015/5 Neubewertung bei einer Planänderung, -kürzung oder -erfüllung/Verfügbarkeit einer Rückerstattung aus einem leistungsorientierten Plan. Den vorgeschlagenen Änderungen an IFRIC 14 stimmt der IFRS-FA zu. Gleichfalls hat der IFRS-FA keine Anmerkungen zum Stellungnahme-Entwurf von EFRAG.

    Dagegen lehnt der IFRS-FA die vorgeschlagenen Änderungen an IAS 19 ab. Nach seiner Auffassung übersteigen die Kosten der Neuberechnung von laufendem Dienstzeitaufwand und Nettozinsen auf Basis von aktualisierten versicherungsmathematischen Annahmen den Nutzen daraus. Vielmehr wird die Vergleichbarkeit zwischen den Unternehmen sowie zwischen Pensionsplänen eingeschränkt. Dementsprechend stimmt der IFRS-FA auch nicht den Ausführungen in EFRAGs Stellungnahme-Entwurf zu.

Veröffentlichungen Dritter

Titel Datum
EFRAG Final Comment Letter zum ED/2015/5
6. November 2015
EFRAG Draft Comment Letter zum ED/2015/11
23. Juli 2015