IASB Disclosure of Accounting Policies (Proposed amendments to IAS 1 and IFRS Practice Statement 2)

Aktueller Stand

Der IASB hat am 1. August den Entwurf ED/2019/6 Disclosure of Accounting Policies – Proposed amendments to IAS 1 and IFRS Practice Statement 2 veröffentlicht. Stellungnahmen zum Exposure Draft sind bis zum 29. November 2019 möglich.

Zielsetzung und Hintergrund

Der Exposure Draft ist konkreter Ausfluss des vormaligen Diskussionspapiers zu Angabeprinzipien vom März 2017, in welchem der IASB die Kritik von Abschlusserstellern und -nutzern zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgegriffen hat. Der IASB kam aufgrund der Rückmeldungen zum Diskussionspapier zu dem Schluss, dass inhaltslose und sinnfreie Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Kern auf Schwierigkeiten bei der Anwendung des Wesentlichkeitsgrundsatzes zurückgingen. Infolgedessen hat der IASB im Juli 2018 ein Projekt in sein Arbeitsprogramm aufgenommen, um Leitlinien und Grundsätze zu entwickeln, die den Abschlussersteller bei der Wesentlichkeitsbeurteilung in Bezug auf Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unterstützen sollen.

Den Kern der Änderungsvorschläge in ED/2019/6 bildet die Bestimmung, dass künftig nicht mehr „bedeutende“ (significant) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angegeben werden sollen, sondern „wesentliche“ (material). Die Vorgaben zu den Angaben der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden dabei in den übergeordneten Wesentlichkeitsgrundsatz sowie die Anwendungsleitlinien des IFRS Practice Statements 2 eingebettet.

Nach den Vorschlägen des IASB ist eine Bilanzierungs- und Bewertungsmethode dann wesentlich, wenn die zugehörige Information notwendig ist, um andere wesentliche Informationen des Abschlusses zu verstehen. Damit eine Bilanzierungs- und Bewertungsmethode wesentlich ist, muss zunächst der zugrunde liegende Geschäftsvorfall selbst wesentlich sein. Zur weiteren Konkretisierung schlägt der IASB eine Liste von Umständen vor, die Unternehmen bei der Beurteilung, ob eine Bilanzierungs- und Bewertungsmethode wesentlich ist, unterstützen soll. Darüber hinaus soll das IFRS Practice Statement 2 um zwei Beispiele zur Anwendung des Wesentlichkeitskonzepts auf die Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erweitert werden.

 

Zugehörige Dokumente & Konsultationen

Titel Datum
ED/2019/6 Ende der Kommentierungsfrist: 29.11.2019
01/08/2019
Draft Comment Letter von EFRAG zu ED/2019/6
04/10/2019

Zugehörige Veranstaltungen

  • 78. Sitzung IFRS-FA
  • 24.10.2019
  • 78. Sitzung IFRS-FA
  • 24.10.2019
  • IASB ED/2019/6 Disclosure of Accounting Policies -Proposed amendments to IAS 1 and IFRS Practice Statement 2

    Der IFRS-FA setzte seine Diskussion zum IASB ED/2019/6 Disclosure of Accounting Po-licies – Proposed amendments to IAS 1 and IFRS Practice Statement 2 fort und diskutierte den vorgelegten Entwurf einer Stellungnahme an den IASB. Der IFRS-FA erörterte in diesem Zusammenhang auch die Sichtweisen im Stellungnahmeentwurf von EFRAG.

    Der IFRS-FA befürwortete die vorgeschlagene Verankerung der Anforderungen zur Angabe der Rechnungslegungsmethoden im übergeordneten Wesentlichkeits-Konzept. Auch erzielte der IFRS-FA Einigkeit darüber, dass – in Übereinstimmung mit der Intention des IASB – die Angaben sich auf die für den Abschlussadressaten relevanten Rechnungslegungsmethoden beschränken sollen. Gleichwohl äußerte der IFRS-FA Zweifel, dass dies durch die Änderung der Begrifflichkeiten („material“ statt „significant“) er-reicht werden kann. Dies gelte umso mehr vor dem Hintergrund möglicher Übersetzungsschwierigkeiten in andere Sprachen. Der IFRS-FA regte daher an, dass die vom IASB verfolgte Zielsetzung klarer und prinzipienorientiert herausgestellt werden sollte.

    Die Aufnahme von Beispielen zur Angabe von Rechnungslegungsmethoden in das IFRS Practice Statement 2 wurde begrüßt. Der IFRS-FA regte jedoch an, dass die vom IASB vorgeschlagenen Beispiele klarer die Abgrenzung zwischen unwesentlichen, nicht not-wendigen Angaben und den intendierten, relevanten Angaben herausstellen sollten.

    Darüber hinaus diskutierte der IFRS-FA, wie nach den Vorschlägen des IASB mit der Angabe von Rechnungslegungsmethoden zu verfahren sei, deren Wesentlichkeitsbeurteilung sich im Zeitablauf ändert. Er erachtete es für sinnvoll, die Erläuterungen im Anhang auf solche Rechnungslegungsmethoden zu beschränken, die für den betreffenden Abschluss relevant sind. Dies schließe Rechnungslegungsmethoden ein, die in Bezug auf die im Abschluss dargestellte Vergleichsperiode (d.h. des Vorjahres) wesentlich sind.

    Auf Basis der Diskussionen wird der Entwurf der Stellungnahme des IFRS-FA an den IASB überarbeitet und im Umlaufverfahren verabschiedet.

  • 77. Sitzung IFRS-FA
  • 05.09.2019
  • 77. Sitzung IFRS-FA
  • 05.09.2019
  • IASB ED/2019/6 Disclosure of Accounting Policies -Proposed amendments to IAS 1 and IFRS Practice Statement 2

    Der IFRS-FA erörterte ED/2019/6 erstmalig. Er befürwortete die mit dem Entwurf angestrebte Zielsetzung, zu Gunsten des Aussagegehalts des Anhangs unwesentliche Angaben zu beschränken und unternehmensspezifische Angaben zu fördern.

    Kritisch hinterfragte er allerdings, ob mit den vorgeschlagenen Änderungen tatsächlich Veränderungen in der Praxis erreicht werden können. Seiner Meinung nach bleibe die Anwendung des Wesentlichkeitsgrundsatzes auf die Angabe der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auch mit den vorgeschlagenen Änderungen weiterhin vage.

    Die Ausrichtung der Beispiele in PS 2 bewertete der IFRS-FA als einseitig. Er regte an, nicht ausschließlich entbehrliche und überflüssige Angaben aufzuzeigen, sondern auch Positivbeispiele aufzunehmen.