EFRAG EFRAG DP Equity Instruments

Aktueller Stand

Diese Forschungsprojekt von EFRAG betrifft die Bilanzierung von Eigenkapitalinstrumenten nach IFRS 9 Finanzinstrumente und mögliche Bilanzierungsalternativen. Hintergrund sind zwei Anfragen der Europäischen Kommission, die sich infolge einzelner Äußerungen von EFRAG in der Indossierungsempfehlung zu IFRS 9 ergaben. Daher wird das Projekt auch in zwei Teilprojekte mit folgenden Bezeichnungen unterteilt:

  1. Equity Instruments – Impairment and Recycling
  2. Equity Instruments – Measurement Alternatives

Die erste Anfrage der Europäischen Kommission (bereits Mitte 2017) betrifft die Bilanzierung von Eigenkapitalinstrumenten, bei denen eine Bewertung zum Fair Value mit GuV-neutraler Erfassung von Wertänderungen erfolgt (Bewertungskategorie fair value through other comprehensive income). Bei Anwendung dieser optionalen Bewertungskategorie dürfen kumulierte Wertänderungen bei Abgang nicht mehr ins Ergebnis umgebucht werden (sogenanntes Recycling-Verbot). In dieser ersten Anfrage bat die Europäische Kommission EFRAG um Auskunft, wie hoch der Bestand entsprechender Anlagen derzeit in den Bilanzen der Unternehmen ist und ob die Anwendung von IFRS 9 (infolge des Recycling-Verbots) zu einer Änderung der Anlagen führt. Ferner wurde EFRAG um Vorschläge gebeten, wie die Bilanzierung dieser Instrumente verbessert werden könne. Dabei solle ein besonderes Augenmerk auf eine mögliche Wiedereinführung des Recycling gelegt werden, gegebenenfalls unter Einführung begleitender Wertminderungsregeln.

Die zweite Anfrage der Kommission folgte Mitte 2018 und betrifft die Bilanzierung langfristiger Eigenkapitaltitel oder eigenkapitalähnlicher Instrumente, bei denen eine Bewertung zum Fair Value erfolgt und Wertänderungen in der GuV erfasst werden (Bewertungskategorie fair value through profit or loss). Für diese bittet die Kommission um Prüfung alternativer bilanzieller Behandlungen – wobei offen bleibt, ob sich Frage auf einen alternativen Bewertungsansatz und/oder einen alternativen Ausweis der Wertänderungen bezieht.

EFRAG hatte zur ersten Anfrage eine Konsultation durchgeführt (März 2018 bis Mai 2018); zur zweiten ist eine solche noch vorgesehen (vsl. noch in Q2/2019).

Erste Anfrage bzw. Teilprojekt

Die erste Anfrage der Europäischen Kommission (bereits Mitte 2017) betrifft die Bilanzierung von Eigenkapitalinstrumenten, bei denen eine Bewertung zum Fair Value mit GuV-neutraler Erfassung von Wertänderungen erfolgt (Bewertungskategorie fair value through other comprehensive income). Bei Anwendung dieser optionalen Bewertungskategorie dürfen kumulierte Wertänderungen bei Abgang nicht mehr ins Ergebnis umgebucht werden (sogenanntes Recycling-Verbot). In dieser ersten Anfrage bat die Europäische Kommission EFRAG um Auskunft, wie hoch der Bestand entsprechender Anlagen derzeit in den Bilanzen der Unternehmen ist und ob die Anwendung von IFRS 9 (infolge des Recycling-Verbots) zu einer Änderung der Anlagen führt. Ferner wurde EFRAG um Vorschläge gebeten, wie die Bilanzierung dieser Instrumente verbessert werden könne. Dabei solle ein besonderes Augenmerk auf eine mögliche Wiedereinführung des Recycling gelegt werden, gegebenenfalls unter Einführung begleitender Wertminderungsregeln.

Zweite Anfrage bzw. Teilprojekt

Die zweite Anfrage der Kommission folgte Mitte 2018 und betrifft die Bilanzierung langfristiger Eigenkapitaltitel oder eigenkapitalähnlicher Instrumente, bei denen eine Bewertung zum Fair Value erfolgt und Wertänderungen in der GuV erfasst werden (Bewertungskategorie fair value through profit or loss). Für diese bittet die Kommission um Prüfung alternativer bilanzieller Behandlungen – wobei offen bleibt, ob sich Frage auf einen alternativen Bewertungsansatz und/oder einen alternativen Ausweis der Wertänderungen bezieht.

Konsultationen

EFRAG hatte zur ersten Anfrage eine Konsultation durchgeführt (März 2018 bis Mai 2018); zur zweiten ist eine solche noch vorgesehen (Publikation vsl. April 2019). Ende 2018 hatte EFRAG diese erste Anfrage gegenüber der Kommission beantwortet. Zur zweiten Anfrage wurde die entsprechende Rückmeldung an die Europäische Kommission für Mitte 2019 erbeten.

Befassung durch den IFRS-Fachausschuss

Unser IFRS-FA hat sich mit diesen Anfragen intensiv befasst.

Die Diskussionen zur ersten Konsultation im Fachausschuss selbst und unter unseren Mitgliedern haben gezeigt, dass man der Fragestellung zwar grundsätzlich offen gegenübersteht, jedoch vor erstmaliger Aufstellung eines Konzernabschlusses unter Anwendung von IFRS 9 kaum belastbare Aussagen zur Signifikanz möglich sind. Darüber hinaus sollten erwogene Änderungen an IFRS nicht einseitig auf europäischer, sondern allenfalls auf internationaler Ebene auf damit beim IASB erfolgen. Dabei erscheint ein Aufgriff der Thematik im Zuge der üblichen Überprüfung des Standards nach dessen Einführung (Post-implementation Review) durch den IASB sachgerecht. In diesem Zuge wird angeregt, diesen Themenkomplex gegebenenfalls vorzuziehen und bereits vorzeitig aufzubereiten, um der Adressierung des Sachverhalts schneller begegnen zu können.

Die Diskussion zur zweiten Anfrage wird im Zuge der erwarteten Konsultation durchgeführt.

Zugehörige Dokumente & Konsultationen

Titel Datum
EFRAG Diskussionspapier: Equity instruments - Impairment and Recycling
01.03.2018

Zugehörige Veranstaltungen

  • 72. Sitzung IFRS-FA
  • 07.01.2019
  • 72. Sitzung IFRS-FA
  • 07.01.2019
  • EFRAG Research Project Equity Instruments – Measurement

    Der IFRS-FA wurde über die jüngsten Aktivitäten und Diskussionen bei EFRAG zum Projekt und der damit einhergehenden Anfrage der Europäischen Kommission informiert. Die Kommission bittet um Prüfung, welche alternativen Bilanzierungsmethoden für Eigenkapital- und eigenkapitalähnliche Instrumente nach IFRS 9 in Betracht kommen. Angesichts der Rückmeldefrist Ende Juni 2019 beabsichtigt EFRAG, eine öffentliche Konsultation durchzuführen.

    Der IFRS-FA hat erste Anmerkungen zu Hintergrund und Inhalt der Anfrage gemacht. Ferner hat der IFRS-FA einige inhaltliche Punkte angesprochen, die bei der Diskussion zu bedenken wären. Es ist vorgesehen, die Diskussion unmittelbar nach Publikation des Diskussionspapiers von EFRAG fortzusetzen. Zugleich soll die AG Finanzinstrumente in die Diskussion einbezogen werden.

  • 66. Sitzung IFRS-FA
  • 19.04.2018
  • 66. Sitzung IFRS-FA
  • 19.04.2018
  • EFRAG DP Equity Instruments – Impairment and Recycling

    Der IFRS-FA setzte die Erörterung des Diskussionspapiers fort. Ergänzend wurde der IFRS-FA über den in diesem Kontext von EFRAG publizierten Forschungsbericht und dessen Inhalte informiert.

    In diese Diskussion flossen auch Erkenntnisse zum Thema ein, welche das DRSC in einer Umfrage unter seinen börsennotierten Mitgliedsunternehmen durchgeführt hatte. Diese wurden um Rückmeldung zur von EFRAG angestoßenen Diskussion und der darin anklingenden Idee einer Nachbesserung von IFRS 9 ggf. auf EU-Ebene gebeten.

    Das bisherige Meinungsbild des IFRS-FA hat sich – gestützt von den Rückmeldungen der Unternehmen – bestätigt: Der IFRS-FA hält es für wichtig, EFRAG gegenüber zu verdeutlichen, dass das mit dem Diskussionspapier angestoßene Vorgehen in dieser Form nicht unterstützt wird. Insb. wird eine EU-Lösung zur (potenziellen) Anpassung von IFRS 9 prinzipiell abgelehnt.

    Trotz dieser grundlegenden Haltung hat der IFRS-FA aber die zur Diskussion gestellte Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten at FV-OCI ohne Recycling inhaltlich gewürdigt. Er kam dabei zu dem Schluss, dass diese rein konzeptionell durchaus diskutabel sei.

    Bei der Diskussion der etwaigen Wiedereinführung des „recycling“ (ggf. nebst einer Wertminderungsregelung) ist das bestehende Recycling-Verbot als Status Quo zwar der Ausgangspunkt, jedoch sollten potenzielle Nachteile sowie Vorteile eines Recyclings gleichermaßen diskutiert und somit abgewogen werden.

    Gleichwohl sollte diese Diskussion unbedingt auf internationaler Ebene, also beim IASB geführt werden. In diesem Sinne wird auch angeregt, auf den möglichen Post-Implementation Review zu verweisen und diesen ggf. vorzeitig (noch ehe die Versicherungsbranche IFRS 9 erstmals anwendet) durchzuführen, um darin das genannte Thema zu adressieren.

    Dies spiegele sich auch im Feedback der Unternehmen wieder, die sich zwar einheitlich gegen eine EU-Fassung von IFRS 9 aussprachen, auf die Frage zur Notwendigkeit und Dringlichkeit einer solchen potenziellen IFRS 9-Änderung aber unterschiedlich antworteten. Während ein Teil kurzfristigen Handlungsbedarf – jedoch außerhalb einer EU-Regelung – sehe, halte die Mehrheit der Rückmeldungen eine umgehende Diskussion nicht für notwendig. Dies schlösse eine spätere Überdenkung aber nicht aus.

    Daher wird der IFRS-FA in seiner Stellungnahme die Ablehnung einer EU-Lösung in den Vordergrund stellen, die Diskussion an sich – unter Verweis auf den IASB als richtige Instanz dafür – aber nicht ablehnen.

  • 65. Sitzung IFRS-FA
  • 28.02.2018
  • 65. Sitzung IFRS-FA
  • 28.02.2018
  • EFRAG Research project: Equity Instruments - Impairment and Recycling

    Der IFRS-FA diskutierte ausführlich den Stand des EFRAG-Forschungsprojekts Eigenkapitalinstrumente – Wertminderungen und Recycling. Zunächst wurde das EFRAG-Schreiben an die Europäische Kommission als Ergebnis der ersten Phase (assessment phase) vorgestellt und diskutiert. Hierbei kam der IFRS-FA zu dem Schluss, dass die dort genannten Implikationen für die zweite Phase (possible solutions phase) sich nicht klar aus den im Schreiben dargestellten Feststellungen ableiten lassen. Vielmehr würden die Erkenntnisse aus der ersten Phase nahelegten, dass eben keine Anhaltspunkte für die Untersuchungen in dieser zweiten Phase bestünden.

    Somit sah der IFRS-FA seine bisherige Position durch EFRAG explizit bestätigt, wo-nach derzeit keine Evidenz bestehe, dass die Bilanzierung von Eigenkapitalinstrumenten in der Kategorie Fair Value through OCI nach IFRS 9 negative Auswirkungen für langfristige Investments haben könnte. Folglich sieht der IFRS-FA diesen, seinerzeit im Rahmen der Indossierungsempfehlung zu IFRS 9 geäußerten Verdacht weiterhin als nicht belegt an.
    Im Anschluss daran wurde auch das jüngst publizierte EFRAG-Diskussionspapier in Grundzügen erörtert. Dabei kritisierte der IFRS-FA die im Diskussionspapier vorgestellten Ideen, da diese Anpassungen an IFRS 9 auf EU-Ebene (carve-ins/carve-outs) implizierten – was der IFRS-FA prinzipiell ablehnt.

    Aus beiden Gründen hält es der IFRS-FA für wichtig, EFRAG gegenüber zu verdeutlichen, dass das mit dem Diskussionspapier angestoßene Vorgehen nicht unterstützt wird. Eine Diskussion um etwaige Unzulänglichkeiten von IFRS 9 im Zuge des künftigen Post-Implementation Review erscheine hingegen sachgerecht. Die Stellungnahme des DRSC an EFRAG soll in der nächsten IFRS-FA-Sitzung erörtert und finalisiert werden.

  • 63. Sitzung IFRS-FA
  • 11.12.2017
  • 63. Sitzung IFRS-FA
  • 11.12.2017
  • EFRAG Research project: Equity Instruments – Impairment and Recycling

    Der IFRS-FA erhält einen Überblick über die aktuellen und geplanten Aktivitäten zum proaktiven Projekt Equity Instruments – Impairment and Recycling bei EFRAG, welche sich auf Basis einer Beratungsanfrage der Europäischen Kommission vom Mai 2017 ergeben haben. Ergänzend werden dem IFRS-FA ausgewählte Arbeitspapiere zu dem Projekt von Sitzungen des EFRAG Board und TEG vorgestellt.

Eingaben & Stellungnahmen

Veröffentlichungen Dritter

Titel Datum
Weitere Informationen zum DP
01.03.2018

Literaturhinweise

Autor/In Titel Datum
Wenk, Marc Oliver Entwurf für den zehnten Sammelstandard des IASB zu den jährlichen Verbesserungen an den IFRS (Annual Improvements to IFRSs –2018–2020 Cycle) IRZ, 07-08/2019, S. 313 ff. 2019
Gehrer, Judith/ Krakuhn, Joachim/ Weichert, Sebastian Möglichkeiten der Umsetzung der Neuregelungen zur Default-Definition der CRR II im Kontext eines einheitlichen Prozesses mit dem IFRS 9- Impairment IRZ, 07-08/2019, S. 299 ff. 2019
Schütz, Peter/ Tietz-Weber, Susanne/ Schindler, Juliane Ein Jahr IFRS 9-Anwendung bei Banken – Eine globale Analyse der IFRS-Konzernabschlüsse 2018 IRZ, 07-08/2019, S. 287 ff. 2019
Fischer, Daniel T. IBOR-Reform: Vorgeschlagene Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 (ED/2019/1) IFRS aktuell PiR, 07/2019, S. 240 ff. 2019
Weidinger, Sylvia/ Schunk, Melanie/ Haddad, Narbeh Anhangangaben nach IFRS 16 für Leasingnehmer Hinweise zum Darstellungs- und Ermittlungsvorgehen KoR, 07-08/2019, S. 324 ff. 2019