IASB Financial Instruments with characteristics of equity

Aktueller Stand

Der IASB hat am 28. Juni 2018 das Diskussionspapier DP/2018/1 Financial Instruments with Characteristics of Equity veröffentlicht.

Stellungnahmen zu diesem Diskussionspapier werden bis 7. Januar 2019 erbeten.

Zielsetzung und Inhalt

Mit dem Projekt reagiert der IASB unter anderem auf die häufige Kritik an IAS 32 Finanzinstrumente: Ausweis. Diese und die zahlreichen Eingaben an das IFRS IC bemängeln zum einen signifikante Anwendungsprobleme mit den Anforderungen des Standards (z.B. Put optionen über Anteile nichtbeherrschender Gesellschafter) und zum anderen die Bilanzierungsergebnisse, die auf Basis des IAS 32 oftmals nicht sinnvoll erscheinen (kündbare Instrumente, die nicht unter die Ausnahmeregelung der Paragraphen 16A und 16B des IAS 32 fallen).

An der klassischen Dichtomie (Aufteilung der Passiv-Seite der Bilanz in zwei Klassen, Fremdkapital und Eigenkapital) festhaltend, entwickelt der IASB im Diskussionspapier ein neues Prinzip zur Kapitalabgrenzung, welches mit wenigen Ausnahmen zu den gleichen Ergebnissen führt, wie die Regelungen des IAS 32. Darüber hinaus werden im Diskussionspapier Ideen vorgestellt, wie die mit der Dichotomie einhergehenden Informationsdefizite durch Ausweis und Angaben kompensiert werden können.

EFRAG Diskussionspapier Classification of claims

Motiviert durch das laufende IASB Forschungsprojekt hatte EFRAG unter Einbindung des DRSC und anderer Organisationen ein begleitendes Diskussionspapier im Juli 2014 veröffentlicht. In diesem Papier werden, über die Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital hinausgehend, verschiedene generelle Entscheidungsnotwendigkeiten, die für die Klassifizierung der Ansprüche gegen ein Unternehmen von Relevanz sind, behandelt.  Die Kommentierungsfrist endete am 31. Oktober 2014.

Zugehörige Dokumente & Konsultationen

Titel Datum
EFRAG Diskussionspapier Classification of claims
Juli 2014
DP/2018/1 Financial Instruments with Characteristics of Equity Ende der Kommentierungsfrist: 07.01.2019
28.06.2018

Befassung durch das DRSC

Der IFRS-FA hat sich mit den laufenden Arbeiten des IASB, aber auch mit dem EFRAG-Diskussionspapier befasst. Der vorläufige Stand der Meinungsbildung zum IASB Forschungsprojekt kann den Protokollen der Fachausschussitzungen (siehe zugehörige Dokumente) entnommen werden.

Zum EFRAG-Diskussionspapier hat der IFRS-FA im Oktober 2014 seine Stellungnahme verabschiedet.

Aktuell diskutiert der IFRS-FA die Inhalte des IASB-Diskussionspapiers.

 

Zugehörige Veranstaltungen

  • 69. Sitzung IFRS-FA
  • 05.09.2018
  • 69. Sitzung IFRS-FA
  • 05.09.2018
  • IASB DP/2018/1 Financial Instruments with Characteristics of Equity (FICE)

    In Fortsetzung der Befassung mit dem IASB-Diskussionspapier (DP) Financial Instruments with Characteristics of Equity informierte sich der IFRS-FA über den Inhalt der Kapitel 4 und 5 und erörterte die vom IASB aufgeworfenen Fragen. Dabei berücksichtigte der Fachausschuss auch die vorläufigen Ansichten der EFRAG in deren Stellungnahmeentwurf.

    Die Konkretisierung des bevorzugten Ansatzes für dessen Anwendung auf freistehen-de Derivate kritisierte der Fachausschuss als zu komplex. Die Mitglieder des Aus-schusses bemängelten wiederholt, dass die vom IASB vorgeschlagene Ablösung der IAS 32-Regeln durch ein neues – sehr abstrakt gefasstes – Klassifizierungsprinzip mit einer neuen Terminologie nicht überzeugend begründet sei und nicht notwendig er-scheine. Insbesondere sei das Wertkriterium bei der praktischen Anwendung auf Derivate über Eigenkapitalinstrumente sehr schwer zu operationalisieren.

    Der IFRS-FA stellte sich zudem kritisch zum Vorschlag des IASB, die unter IAS 32 be-stehende Ausnahme für foreign currency rights issues unter dem bevorzugten Ansatz nicht fortzuführen. Grundsätzlich begrüßte Fachausschuss zwar die grundsätzliche Absicht des IASB, die Anzahl der Ausnahmen von einem Prinzip zu minimieren und stufte das im DP präferierte Klassifizierungsergebnis „Fremdkapital“ als konzeptionell logische Folge des bevorzugten Ansatzes ein.

    Allerdings sei es fraglich, ob die Gründe, die seinerzeit zur Einführung der Ausnahme in IAS 32 geführt hatten, nunmehr nicht länger vorlägen. Der IFRS berücksichtigte ferner den im DP beschriebenen Separatausweis von Derivaten, deren Wert nicht vollständig von Änderungen der verfügbaren ökonomischen Ressourcen abhängt. Hierdurch werde ein Teil der Informationsnachteile behoben, da Fremdkapital mit EK-Eigenschaften von sonstigem Fremdkapital getrennt wird.

    Dennoch stellte der IFRS-FA im Ergebnis fest, dass die Einstufung von foreign currency rights issues als Fremdkapital nicht sachgerecht sei, da hierbei lediglich der Erwerb von neu zu emittierenden Stammaktien durch bestehende Stammaktieninhaber erleichtert bzw. ermöglicht werden soll, indem diese Inhaber die Aktien in ihrer jeweiligen Landeswährung zeichnen können.

    Dem Vorschlag des IASB, Derivate über eigene EK-Instrumente nicht aufzuspalten, sondern in ihrer Gesamtheit zu betrachten, stimmte der IFRS-FA zu.

  • 68. Sitzung IFRS-FA
  • 23.07.2018
  • 68. Sitzung IFRS-FA
  • 23.07.2018
  • IASB DP/2018/1 Financial Instruments with Characteristics of Equity (FICE)

    Der IFRS-FA wurde über die Kapitel 1 bis 3 des im Juni 2018 veröffentlichten IASB Diskussionspapiers (DP) Financial Instruments with Characteristics of Equity zur Klassifizierung von Ansprüchen gegen das berichtende Unternehmen in Eigen- und Fremdkapital (EK und FK) informiert.

    Der IFRS-FA stimmte der Analyse des IASB zu den mit IAS 32 Finanzinstrumente: Ausweis verbunden Problemen und deren Ursachen vorläufig zu, hatte jedoch Bedenken, dass diese Themen vollständig durch Standardsetzungsaktivitäten beseitigt wer-den können. Zwar ließen sich durch Änderungen an IAS 32 Informationsdefizite bzgl. jener Ansprüche gegen das Unternehmen beheben, die EK- und FK-Merkmale aufweisen.

    Ferner könne der IASB in gleicher Weise die offensichtlichen Regelungslücken bei aktuell bestehenden Graubereichen, z.B. bei Put-Optionen über Anteile nichtbeherrschender Gesellschafter oder bedingten Wandelanleihen schließen. Allerdings sei fraglich, ob damit – wie auch mit der Entwicklung eines neuen Klassifizierungsprinzips – sämtliche Strukturierungsmöglichkeiten nachhaltig beseitigt werden können. Zusätzlich stellte der IFRS-FA fest, dass eine Dichotomie, wie vom IASB bevorzugt, bei der bestehenden Vielfalt von Finanzinstrumenten stets kompromissbehaftet sein wird.

    Der Fachausschuss bekräftigte seine Ansicht, dass die ausführliche Analyse und de-taillierte Entwicklung eines neuen Klassifizierungsprinzips, welches im Ergebnis und unter Einbindung verschiedener Ausnahmen im Wesentlichen zu den gleichen Ergebnissen gelangt wie IAS 32, nicht erforderlich und nicht verhältnismäßig erscheint.

    Davon abgesehen beurteilte der IFRS-FA den bevorzugten Ansatz des IASB als nur teil-weise sinnvoll. Zwar fand Bedingung (a) Unterstützung durch den IFRS-FA, Bedingung (b) wurde jedoch in unterschiedlicher Weise kritisiert. So sei deren Sinnhaftigkeit im Diskussionspapier nicht überzeugend erläutert. Gleiches gelte für die in IAS 32 geregelte FK-Eigenschaft „Pflicht zur Ausgabe einer variablen Anzahl eigener EK-Instrumente“. Als einen wesentlichen Grund hierfür benannte der Fachausschuss den Perspektivenwechsel innerhalb der Prinzipien (sowohl in IAS 32 als auch im bevorzugten Ansatz): Während Bedingung (a) klar von der Unternehmensperspektive ausginge, stelle Bedingung (b) die Perspektive des Investors stärker heraus, was nach Ansicht des IFRS-FA nicht konsistent sei.

    Ferner stellte der IFRS-FA fest, dass die FK-Einstufung einer unkündbaren Anleihe mit kumulativen, fixierten Beträgen nach dem bevorzugten Ansatz (EK nach IAS 32) vor dem Hintergrund der im Rahmenkonzept postulierten going-concern-Prämisse nicht sinnvoll erscheint.

    Der Fachausschuss kritisierte den bevorzugten Ansatz auch in Bezug auf die Einstufung von Ansprüchen gegen das Unternehmen mit asymmetrischer Beteiligung des Inhabers am Residualwert des Unternehmens. Nach Besprechung der Kapitel 1 bis 3 durch den Fachausschuss sei unklar, zu welcher Einstufung der bevorzugte Ansatz in diesem Fall führt.

    Schließlich diskutierte der IFRS-FA die vom IASB vorgeschlagene Ausnahmeregelung für bestimmte kündbare Instrumente. Er sprach sich grundsätzlich gegen eine Änderung der Klassifizierung solcher Ansprüche aus, übte jedoch Kritik in unterschiedlicher Hinsicht: Wenn der IASB die Abwesenheit eines EK-Anspruchs für problematisch hält (wie in Tz. 3.35ff des DP beschrieben), dann sollte hierfür keine Ausnahme geschaffen werden, sondern der Klassifizierungsansatz um ein Prinzip erweitert werden, welches sicherstellt, dass zumindest ein Anspruch gegen das Unternehmen EK ist. Diese Diskussion müsse jedoch auch vor dem Hintergrund des IAS 32 geführt werden, weil die Ausnahme in IAS 32 nicht dazu führe, dass sämtliche Unternehmen EK aus-weisen. Gleichzeitig offenbare sich hierbei auch die Schwäche des bevorzugten Ansatzes, der ebenso wie IAS 32 nicht ohne Ausnahme oder Hinzunahme einer dritten Bedingung sicherstellt, dass die in IAS 32.16A und 16B beschriebenen Ansprüche als EK ausgewiesen werden.

  • 65. Sitzung IFRS-FA
  • 28.02.2018
  • 65. Sitzung IFRS-FA
  • 28.02.2018
  • IASB-Projekt Financial Instruments with Characteristics of Equity

    In Fortsetzung der vorherigen Sitzung wurde der Fachausschuss über den Inhalt des IASB-Forschungsprojekts Finanzinstrumente mit Eigenschaften von Eigenkapital informiert.

    Gegenstand der Befassung waren die vorläufigen Ansichten des IASB zu Ausweis und Angaben. Daneben beschäftigte sich der IFRS-FA mit der Anwendung des Gamma-Konzepts bei verschiedenen Fallkonstruktionen. Ferner diskutierte der Fachausschuss die denkbaren Maßstäbe, die an das im Juni 2018 erwartete IASB-Diskussionspapier zu legen sind und verständigte sich vorläufig darauf, dass bei der Beurteilung des Diskussionspapiers zum einen Konsistenz der IASB-Vorschläge und zum anderen die Klarheit der Regelungen zu würdigen seien.

  • 64. Sitzung IFRS-FA
  • 18.01.2018
  • 64. Sitzung IFRS-FA
  • 18.01.2018
  • IASB-Projekt Financial Instruments with Characteristics of Equity

    Der IFRS-FA wird über den Stand des IASB-Forschungsprojekts Financial Instruments with characteristics of equity informiert.

    Dabei werden einige grundsätzliche Fragen zu den vorläufigen Entscheidungen des IASB in Bezug auf den Gamma-Ansatz allgemein und seine Anwendung auf bestimmte Derivate über Eigenkapitalinstrumente besprochen.

    Der Gamma-Ansatz ist das bislang vom IASB präferierte, neue Konzept der Unterscheidung von Ansprüchen gegen das Unternehmen in Eigen- und Fremdkapital. Der Fachausschuss stellt fest, dass der Gamma-Ansatz für einige freistehende Derivate zu anderen Klassifizierungsergebnissen führt, als IAS 32 Finanzinstrumente: Ausweis.

    Fachliche Entscheidungen werden nicht getroffen.

  • 56. Sitzung IFRS-FA
  • 26.01.2017
  • 56. Sitzung IFRS-FA
  • 26.01.2017
  • IASB Forschungsprojekt FICE

    Der IFRS-FA informiert sich über den Stand des IASB-Forschungsprojekts Financial Instruments with characteristics of equity. Fachliche Entscheidungen werden nicht getroffen. Einige Fachausschussmitglieder üben Kritik am Ansatz des IASB: Die ausführliche und detaillierte Entwicklung eines neuen Klassifizierungsprinzips, welches im Ergebnis und unter Einbindung verschiedener Ausnahmen im Wesentlichen zu den gleichen Bilanzierungsergebnissen gelangt, wie IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung, sei nicht zwingend notwendig. Darüber hinaus erscheinen die Ideen des IASB im Hinblick auf zusätzliche Ausweisanforderungen (Unterklassen im Eigenkapital und im Fremdkapital) zwar im Grunde überlegenswert, allerdings sei nicht erkennbar, warum diese zusätzlichen Ausweisanforderungen nur unter einem ggf. neuen Klassifizierungsprinzip (und nicht unter dem bestehenden IAS 32) formuliert werden können. Der IFRS-FA wird sich voraussichtlich im April wieder mit dem Forschungsprojekt befassen.

  • 36. Sitzung IFRS-FA
  • 05.03.2015
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  • 31. Sitzung IFRS-FA
  • 06.10.2014
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  • 30. Sitzung IFRS-FA
  • 01.09.2014
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  • 01.09.2014
  • 28. Sitzung IFRS-FA
  • 23.06.2014
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  • 23.06.2014
  • Conceptual Framework - Bulletins

    Der IFRS-FA wird über EFRAGs aktuelle proaktive Tätigkeiten zu verschiedenen Bilanzierungsaspekten informiert. Hierbei wird auch auf die Diskussion und Beschlüsse der Juni-Sitzung von EFRAG TEG eingegangen. In detaillierter Form erörtert der IFRS-FA Teile des Diskussionspapiers Classification of Claims, insb. die Themenkomplexe Ziel und Zweck der Klassifizierung von Ansprüchen gegen das Unternehmen, Definition der Perspektive, aus welcher die Finanzberichterstattung erfolgt (entity perspective und proprietary perspective) sowie die Darstellung von Verwässerung.

Eingaben & Stellungnahmen

Datum Titel Adressat
14.10.2014 EFRAG

Literaturhinweise

Autor/In Titel Datum
Wüstemann, Jens/ Schober, Christoph IASB DP/2018/1 „Financial Instruments with Characteristics of Equity“: Fortführung eines kasuistischen Kapitalabgrenzungssystems Betriebs-Berater, 38/2018, S. 2219 ff. 2018
Fischer, Daniel T. Diskussionspapier: Finanzinstrumente mit Eigenschaften von Eigenkapital IFRS Aktuell PiR, 09/2018, S. 265 f. 2018
Schmidt, Martin Zur Abgrenzung zwischen Eigenkapital- und Schuldinstrumenten Neue Vorschläge des IASB im Discussion Paper DP/2018/1 „Financial Instruments with Characteristics of Equity“ WPg, 15/2018, S. 942 ff. 2018
Kirsch, Hanno Das neue Conceptual Framework (2018) und seine möglichen Auswirkungen auf die künftige IFRS-Rechnungslegung Teil 2: Potenzielle Folgen PiR, 07-08/2018, S. 214 ff. 2018
Gerlach, Ingo/ Oser, Peter Ausgewählte Aspekte zur handelsrechtlichen Bilanzierung von Kryptowährungen Der Betrieb, 26/2018, S. 1541 ff. 2018