EFRAG Indossierung Prepayment Features with Negative Compensation (Amendments to IFRS 9)

Aktueller Stand

Der IASB hat am 12. Oktober 2017 eine Änderung von IFRS 9 unter dem Titel „Prepayment Features with Negative Compensation“ veröffentlicht. Diese Änderung ist ab 1.1.2019 verpflichtend anzuwenden. Die Indossierung dieser Änderung steht derzeit noch aus. Der Entwurf einer Indossierungsempfehlung wurde am 18. Oktober 2017 veröffentlicht und kann bis 2. November 2017 kommentiert werden.

Zielsetzung & Indossierungsprozess

Entsprechend der IAS-Verordnung der EU sind die vom IASB veröffentlichten IFRS für deren Anwendung in der EU in europäisches Recht zu übernehmen (Indossierung). Hierzu erarbeitet EFRAG in Zusammenarbeit mit Interessenvertretern eine Empfehlung und prüft, ob die fachlichen Kriterien der IAS-Verordnung für eine Indossierung erfüllt sind und ob die Implementierung eines Standards oder einer Änderung für das europäische Gemeinwohl zuträglich sind (conduciveness for the European public good).

Sofern die Standards Advice Review Group EFRAGs Indossierungsempfehlung befürwortet, erstellt die Kommission einen Verordnungsentwurf zur Übernahme. Hierüber hat dann das Accounting Regulatory Committee abzustimmen. Nach einem positiven Votum haben das Europäische Parlament und der Ministerrat der Europäischen Union drei Monate Zeit, um ihr Veto gegen den Verordnungsentwurf der Kommission einzulegen. Erfolgt kein Einspruch oder ist diese Frist verstrichen, wird der Verordnungsentwurf von der Kommission verabschiedet und der Standard im Amtsblatt mit dem in der Verordnung genannten Anwendungsdatum veröffentlicht.

Zugehörige Veranstaltungen

  • 62. Sitzung IFRS-FA
  • 19.10.2017
  • 62. Sitzung IFRS-FA
  • 19.10.2017
  • Sonstiges - u.a. EFRAG DEA zu amend IFRS 9

    Der IFRS-FA erörtert die vom IASB Mitte Oktober 2017 veröffentlichte IFRS 9-Änderung betreffend negative Entschädigungszahlungen. Besonderes Augenmerk wurde auf die darin enthaltene, von der eigentlichen IFRS 9-Änderung aber losgelöste Klarstellung der Anwendung von B5.4.6 betreffend den Ausweis des Bewertungseffekts finanzieller Verbindlichkeiten, die modifiziert wurden, aber nicht auszubuchen sind, gelegt.

    Vor dem Hintergrund des bereits veröffentlichten Entwurfs der entsprechenden Indossierungsempfehlung hat der IFRS-FA der IFRS 9-Änderung nochmals inhaltlich zugestimmt. Die zusätzliche Klarstellung hält der IFRS-FA zwar inhaltlich auch für sachgerecht, prozessual jedoch für bedenklich. Insb. der nicht eingehaltenen due pro-cess, der unklare Zeitpunkt für die verpflichtende Erstanwendung dieser Klarstellung sowie das Problem der Anwendung von BC-Klarstellung, die nicht Gegenstand der Indossierung sind, werden kritisch gewürdigt.

    Diese Punkte sollen in den EFRAG-Gremien eingebracht werden; das DRSC kann daher von einer formellen Stellungnahme zum Entwurf der Indossierungsempfehlung absehen.

Literaturhinweise

Autor/In Titel Datum
Freiberg, Jens Ergänzung von IFRS 9 – Änderung und Klarstellung zum noch nicht anwendbaren Recht Kompaktwissen PiR, 11/2017, S. 360 ff. 2017
Große, Jan-Velten Implementation und Maintenance der IFRS – aktueller Stand beim IFRS IC PiR, 11/2017, S. 356 ff. 2017
Hillmer, Hans-Jürgen IFRS-Anwendung unter Einfluss der Digitalisierung und neuer Vorgaben Bericht zum 16. IFRS-Kongress 2017 vom 07.-08.09.2017 in Berlin KoR, 11/2017, S. 499 ff. 2017
Grünberger, David/ Sopp, Guido IFRS 9: erwartete Kreditverluste beim Hedge Accounting WPg, 21/2017, S. 1256 ff. 2017
Tausch-Nebel, Lasse/ Müller, Stefan Wie entscheidungsnützlich ist die Darstellung des Cashflows aus operativer Tätigkeit Ergebnisse eines Experiments mit 105 Mitarbeitern einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Die Wirtschaftsprüfung, 20/2017, S. 1199 ff. 2017