IASB IASB DP Business Combinations—Disclosures, Goodwill and Impairment

Aktueller Stand

Das IASB  hat am 19.03.2020 das Diskussionspapier Business Combinations—Disclosures, Goodwill and Impairment veröffentlicht. Die Stellungnahmefrist endet am 31.12.2020

Zielsetzung und Inhalt

Der IASB stellt u.a. Folgendes zur Diskussion:
  • Verzicht auf die zwingend jährliche Durchführung des Impairmenttests
  • Durchführung des Impairmenttests nur, wenn Indikatoren für die potentielle Wertminderung eines Goodwills vorliegen (indicator-only approach)
  • Erlaubnis der Berücksichtigung von Cash Flows aus erwarteten Restrukturierungen und der Nutzung von Nach-Steuer-Werten bzw. Diskontierungssätzen bei der Berechnung des value in use
  • Disclosures, anhand derer die Beweggründe des Managements für eine Akquisition beurteilt werden können
  • Angabe von Kenngrößen, durch die nachvollzogen werden kann, ob die Performance der Akquisition die ursprüngliche Erwartungshaltung des Managements erfüllt
Darüber hinaus werden auch die Vor- und Nachteile einer Rückkehr zur planmäßigen Abschreibung (Amortisation) des Goodwills dargestellt, dabei wird erfragt, ob neue Argumente oder neue Erkenntnisse bezüglich der bestmöglichen Folgebewertung des Goodwills vorliegen.
Die zur Diskussion gestellten Themen resultieren aus dem Feedback, welches der IASB im Rahmen des Post-Implementation Reviews zu IFRS 3 erhalten hatte.

Zugehörige Veranstaltungen

  • 93. Sitzung IFRS-FA
  • 03.12.2020
  • 93. Sitzung IFRS-FA
  • 03.12.2020
  • 92. Sitzung IFRS-FA
  • 24.11.2020
  • 92. Sitzung IFRS-FA
  • 24.11.2020
  • Öffentliche Diskussionsveranstaltung des DRSC zum IASB-Diskussionspapier DP/2020/1 Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment
  • 20.11.2020
  • Öffentliche Diskussionsveranstaltung des DRSC zum IASB-Diskussionspapier DP/2020/1 Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment
  • 20.11.2020
  • Öffentliche Diskussionsveranstaltung des DRSC zum IASB-Diskussionspapier DP/2020/1 Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment
  • 02.11.2020
  • Öffentliche Diskussionsveranstaltung des DRSC zum IASB-Diskussionspapier DP/2020/1 Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment
  • 02.11.2020
  • 91. Sitzung IFRS-FA
  • 19.10.2020
  • 91. Sitzung IFRS-FA
  • 19.10.2020
  • IASB DP 2020/1 IASB DP/2020/1 Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment

    Der IFRS-FA erörterte den Entwurf einer Stellungnahme zum IASB-Diskussionspapier Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment. Im Fokus der Diskussion standen die Antwortentwürfe zu den Themengebieten:

    • Angaben zur Performance einer Akquisition, zur Zusammensetzung des Goodwills sowie zur Konkretisierung der Offenlegungsziele,
    • effektivere Gestaltung des Impairmenttests und
    • Wiedereinführung der planmäßigen Abschreibung.

    Die vorgeschlagenen Angaben zur weiteren Performance einer Akquisition (subsequent performance) wurden grundsätzlich unterstützt. In Bezug auf die relevante Überwachungsebene wurden alternative Herangehensweisen erörtert. Im Ergebnis verständigte sich der IFRS-FA darauf, das vom IASB vorgeschlagene CODM-Konzept zu unterstützen, zugleich aber darauf hinzuweisen, dass wahrscheinlich nicht jede signifikante Transaktion auf CODM-Ebene berichtet wird. Da das Konzept durch IFRS 8 grundsätzlich bekannt und etabliert sei, werde es aus pragmatischen Erwägungen und mangels überlegener hinreichend objektivierbarer Alternativen präferiert.

    In Bezug auf das Thema forward-looking information wurde angeregt, das bestehende Spannungsfeld insoweit aufzulösen, dass Informationen, die in einer jeweiligen Jurisdiktion als forward-looking eingestuft werden, nicht offenlegungspflichtig sein sollten.

    In Ergänzung zu dem Formulierungsvorschlag zu Pro-forma-Informationen sollte auf Kosten-/Nutzen-Abwägungen eingegangen werden, so dass die vorgesehenen Pro-forma-Informationen nur für wesentliche Transaktionen, die bspw. dem CODM berichtet werden, angegeben werden.

    Neben zu optimistischen Managementschätzungen und dem Shielding-Effekt, wurde auch das Wertaufholungsverbot (reversal of impairment) als weiterer Hauptgrund für die verzögerte Impairmenterfassung genannt.

    In Bezug auf die Nutzungsdauer im Rahmen einer planmäßigen Abschreibung, sofern diese wieder eingeführt wird, wurde die Festlegung eines typisierten Abschreibungszeitraums als widerlegbare Vermutung erörtert. Bei Nachweis der Angemessenheit könnte die Möglichkeit gegeben werden einen unternehmensindividuell festgelegten Abschreibungszeitraum zu wählen, mit welchem von der typisierten Abschreibungsdauer abgewichen werden kann, sowohl als Verlängerung als auch als Verkürzung. Zudem wurde die Festlegung einer sachgerechten Höchstdauer diskutiert. Die Erörterung dieses Themenfelds wird in der nächsten Sitzung, unter Berücksichtigung des Meinungsbilds aus der vom DRSC veranstalteten Öffentlichen Diskussion, fortgesetzt.

    Als Ergebnis der Diskussion ist der Stellungnahmeentwurf entsprechend anzupassen. Der IFRS-FA wird die Erörterung des Stellungnahmeentwurfs in seiner nächsten Sitzung fortsetzen.

  • 90. Sitzung IFRS-FA
  • 28.09.2020
  • 90. Sitzung IFRS-FA
  • 28.09.2020
  • IASB DP/2020/1 Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment

    Vor dem Hintergrund des am 19. März 2020 veröffentlichten IASB-Diskussionspapiers DP/2020/1 Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment, welches u.a. die Rückkehr zu einer planmäßigen Abschreibung des Goodwills thematisiert, erörterte der IFRS-FA erneut verschiedene Übergangsmöglichkeiten vom Impairment-only Approach zurück auf eine planmäßige Abschreibung (Amortisation) des Geschäfts- oder Firmenwertes.

    Vor dem Hintergrund der Komplexität der zu erwägenden Alternativen, in Verbindung mit möglichen Variationen und dabei zu beachtenden Dependenzen, wurden verschiedene Ansätze zur Findung der bestmöglichen visuellen Darstellung erörtert. Darüber hinaus diskutierte der IFRS-FA, anhand welcher Kriterien die infrage kommenden Übergangsmöglichkeiten beurteilt werden könnten.

    Ziel ist die Erarbeitung einer Entscheidungshilfe, welche dem IASB für den Fall der tatsächlichen Abkehr vom Impairment-only Approach und der Rückkehr zu einer planmäßigen Abschreibung für die Festlegung der bestmöglichen Übergangsregelungen für bestehende Geschäfts- oder Firmenwerte zum Erstanwendungszeitpunkt dienen könnte.

  • 89. Sitzung IFRS-FA
  • 03.09.2020
  • 89. Sitzung IFRS-FA
  • 03.09.2020
  • IASB DP 2020/1 Business Combinations - Disclosures, Goodwill and Impairment

    Der IFRS-FA setzte die Erörterung des IASB-Diskussionspapiers DP/2020/1 Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment fort.

    In dieser Sitzung kam der IFRS-FA zu dem Ergebnis, dass die Grundkonzeption des Impairmenttests aufgrund der systemimmanenten Freiheitsgrade ohne das Eingehen beträchtlicher Kosten (insb. auf Seiten der Ersteller) nicht deutlich verbessert werden könne. Somit wurde auch der vorläufigen Einschätzung des IASB zugestimmt, dass eine signifikante Verbesserung der Effektivität des Impairmenttests nicht möglich sei. Kleinere Verbesserungen seien zwar durch zusätzliche Anhangangaben und Änderungen bei der Ermittlung des value in use möglich, den Impairmenttest zu vereinfachen und gleichzeitig rigider auszugestalten erscheine jedoch unmöglich, da es sich um konfliktäre Zielsetzungen handele.

    Der IFRS-FA räumte ein, dass sowohl der Impairment-Only Approach (IOA) als auch die Amortisation jeweils kein perfektes Modell darstellten und die unterschiedlichen Argumente für und wider das jeweilige Modell grundsätzlich valide seien. Vor dem Hintergrund der festgestellten Limitierungen des IOA wurde festgestellt, dass durch den IASB keine verbesserte Methode entworfen werden könne. Stattdessen könne die Wiedereinführung der Amortisation trotz aller ebenfalls festgestellten Schwächen eine pragmatische, kostengünstigere und standardisierte Konvention für die Folgebilanzierung des Goodwills darstellen.

    Der Vorschlag des Ausweises des Gesamteigenkapitals ohne Goodwill wurde einstimmig abgelehnt. Der Verzicht auf die zwingend jährliche Durchführung des Impairmenttests durch Einführung eines indicator-only approachs wurden nur im Falle der Rückkehr zur Amortisation durch den FA begrüßt. Sofern der IOA erhalten bleibe, sollte an der zwingend jährlichen Durchführung festgehalten werden.

    Der IFRS-FA stimmte sowohl der vorgeschlagenen Erlaubnis der Berücksichtigung von Cashflows aus zukünftigen Restrukturierungen und Vermögenswertverbesserungen (asset enhancements) als auch der Erlaubnis der Nutzung von Nach-Steuer-Cashflows und -Diskontierungssätzen bei der Ermittlung des Nutzungswerts (value in use) zu. Auch der Einschätzung des IASB, dass die im DP aufgeführten verworfenen Vereinfachungen nicht weiterentwickelt werden sollen, wurde zugestimmt.

    Sollte der IOA beibehalten werde, unterstützte der IFRS-FA die Sichtweise des IASB, dass die Ansatzkriterien für immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, nicht geändert werden sollten.

    Nur im Falle der Wiedereinführung der Amortisation wurde die zusätzliche Subsummierung von immateriellen Vermögenswerten im Goodwill als zumindest diskutabel eingestuft. Immaterielle Vermögenswerte wurden einhellig als wichtiges Thema angesehen, insb. in Bezug auf Unternehmen der New Economy. Es wurde jedoch auch eingeräumt, dass für immaterielle Vermögenswerte, welche dem Charakter nach dem Goodwill nahe stünden, aus pragmatischen Gründen Erleichterungen erwogen werden könnten.

    Zudem sprach sich der IFRS-FA in Bezug auf die US-GAAP für konvergente Regelungen aus, jedoch weniger aus Gründen der einheitlichen Bilanzierung, sondern vielmehr, um die internationale Chancengleichheit bei Unternehmenserwerben sicherzustellen.

    Zusammenfassend sollte daher zum Ausdruck gebracht werden, dass das ursprüngliche Kernproblem des IASB-Forschungsprojekts, also die Sicherstellung eines robusten Impairmenttests und zeitnah vorzunehmender außerplanmäßiger Abschreibungen als Antwort auf ein too little, too late kaum adressiert und somit auch nicht gelöst worden sei und daher fortbestehe. Zudem stellten sich nach wie vor die Fragen nach dem eigentlichen Charakter eines Goodwills und danach, wie dessen sachgerechte Folgebilanzierung auszugestalten sei. Nach Ansicht des IFRS-FA stelle auch der IOA nur eine Bilanzierungskonvention dar, welche konzeptionell nachvollziehbar sei, jedoch durch die gelebte Praxis zu den bekannten Bilanzierungsproblemen führe. Daher war der IFRS-FA überzeugt, dass die bestehenden Kernprobleme besser durch die Wiedereinführung der Amortisation gelöst werden könnten.

    In seiner nächsten Sitzung soll dem IFRS-FA der Entwurf einer Stellungnahme zum DP zur Erörterung vorgelegt werden. Zudem sollen in der finalen Stellungnahme die in den geplanten öffentlichen Diskussionen zum Diskussionspapier erlangten Erkenntnisse berücksichtigt werden.

  • 87. Sitzung IFRS-FA
  • 18.06.2020
  • 87. Sitzung IFRS-FA
  • 18.06.2020
  • IASB DP/2020/1 Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment

    Der IFRS-FA setzte die Erörterung des IASB-Diskussionspapiers DP/2020/1 Business Combinations – Disclosures, Goodwill and Impairment fort.

    In dieser Sitzung erörterte der IFRS-FA die Vorschläge des IASB zur „Verbesserung der Angaben zu Akquisitionen“. Die vorgeschlagenen Angaben zur weiteren Performance einer Akquisition (subsequent performance) werden grundsätzlich unterstützt, jedoch scheint sich die vorgesehene relevante Überwachungsebene CODM (Chief Operating Decision Maker) nicht für alle Szenarien zu eignen. Stattdessen wird die Festlegung geeigneter Wesentlichkeitskriterien für die Angabe von Informationen über Akquisitionen als zielführendste Methode angesehen.

    Zudem unterstützt der IFRS-FA die Konkretisierung der Offenlegungsziele, da dies bei der Identifizierung und Erstellung entscheidungsnützlicher Angaben helfen könne.

    Die vorgeschlagenen Angaben zur Zusammensetzung des Goodwills, insb. hinsichtlich Synergien, können nach Ansicht des IFRS-FA zusätzliche relevante Informationen vermitteln, böten dadurch einen Mehrwert für den Nutzer und werden daher unterstützt.

    Auch die Beibehaltung der Angabe von Pro forma-Informationen wird unterstützt. Zusätzlich sollte jedoch eine Angabepflicht für die Unternehmen bestehen, mittels welcher offengelegt wird, welche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bei der Erstellung der pro forma-Informationen angewendet wurden.

    Der IFRS-FA wird die Erörterung der noch ausstehenden Themenbereiche in seinen nächsten Sitzungen fortsetzen.

  • 84. Sitzung IFRS-FA
  • 11.05.2020
  • 84. Sitzung IFRS-FA
  • 11.05.2020

Literaturhinweise

Autor/In Titel Datum
Flick, Peter / Meyding-Metzger, Angelika Die „grüne“ Taxonomie-Verordnung – ein Überblick WPg, 23/2020, 2020
Rinker, Carola Entwicklung des Goodwill im DAX – Wiedereinführung der planmäßigen Abschreibung? Abschreibung des Goodwill in den Geschäftsberichten 2019 PiR, 11/2020, S. 345 ff. 2020
Fischer, Daniel T./ Gebhardt, Ronny IVSC: Vorschläge für die Verbesserung des goodwill impairment-Tests IFRS aktuell PiR, 10/2020, S. 331 f. 2020
Haaker, Andreas/ Freiberg, Jens Dynamischer EBITDA-Verschuldungsgrad? Pro & Contra PiR, 10/2020, S. 328 f. 2020
Rinker, Carola Unterjähriger Werthaltigkeitstest beim Goodwill in der Corona-Pandemie Praktische Umsetzung in den Halbjahresfinanzberichten des DAX PiR, 10/2020, S. 318 ff. 2020