IASB Hauptabschlussbestandteile (Primary Financial Statements)

Aktueller Stand

Der IASB hat am 17. Dezember 2019 den Standardentwurf ED/2019/7 General Presentation and Disclosures veröffentlicht (Pressemitteilung). Stellungnahmen sind bis zum 30. Juni 2020 möglich.

Zielsetzung und Umfang

Der Standardentwurf ist das Ergebnis des vom IASB seit 2014 verfolgten Projekts „Hauptabschlussbestandteile“ (Primary Financial Statements), welches der IASB aufgrund der von Abschlussadressaten geäußerten Nachfrage nach:

  • einer höheren Vergleichbarkeit und Transparenz von Unternehmensabschlüssen,
  • einer stärkeren Aufgliederung von Informationen in den Hauptabschlussbestandteilen und im Anhang und
  • mehr Details zu unternehmensindividuellen Kennzahlen

priorisiert hatte.

Als Reaktion auf die von Abschlussadressaten geäußerten Informationsbedürfnisse schlägt der IASB Verbesserungen der Struktur und des Inhalts für die Hauptabschlussbestandteile vor, wobei der Schwerpunkt der Vorschläge auf der Darstellung der Ergebnisrechnung liegt. Im Einzelnen sieht der Standardentwurf ED/2019/7 General Presentation and Disclosures vor:

  • die Einführung von verpflichtenden Zwischensummen (wie z.B. ein betriebliches Ergebnis vor Finanzierung und Steuern) und Kategorien in der Gewinn- und Verlustrechnung,
  • die Aufhebung von (faktischen) Ausweiswahlrechten in der Ergebnisrechnung,
  • Ausweis und Angaben zu integralen und nicht-integralen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen,
  • die Einführung zusätzlicher Leitlinien zur Verbesserung der Aggregation und Disaggregation von Posten,
  • die Einführung von Angaben zu unternehmensindividuell definierten Leistungskennzahlen (Management Performance Measures), inklusive der Angabe von ungewöhnlichen Erträgen und Aufwendungen,
  • die Vereinheitlichung des Ausweises in der Kapitalflussrechnung, insbesondere durch Abschaffung von Wahlrechten in Bezug auf Cashflows aus gezahlten bzw. erhaltenen Zinsen sowie Dividenden, und
  • eine verbesserte Kommunikation für das sonstige Ergebnis.

Die Inhalte des Standardentwurfs hat der IASB in einem Webinar vorgestellt. Die Aufzeichnung dieser Präsentation ist auf der Internetseite des IASB abrufbar.

Zugehörige Dokumente & Konsultationen

Titel Datum
IASB Standardentwurf ED/2019/7: General Presentation and Disclosures Ende der Kommentierungsfrist: 30.06.2020
17/12/2019
Webinar des IASB zur Vorstellung der Inhalte des Standardentwurfs ED/2019/7: General Presentation and Disclosures
11/02/2020
Feedback Statement - Discussion Paper: Improving the Statement of Cash Flows
2017-07-13
Discussion Paper: Improving the Statement of Cash Flows
2016-10-20

FRC Konsultationspapier – Improving the Statement of Cash Flows

Der Fachausschuss hat sich im Kontext des IASB-Projekts mit einem Konsultationspapier des FRC beschäftigt und im März 2017 schriftlich Stellung bezogen, welches mögliche Verbesserungspotentiale für die IFRS-Kapitalflussrechnung gem. IAS 7 erörtert. Der IASB hatte bereits kenntlich gemacht, dass die Rückmeldungen zum FRC-Konsultationspapier auch einen Ausgangspunkt für eigene Überlegungen bilden werden. Zudem wurden im FRC-Konsultationspapier viele Vorschläge aufgenommen, die der IASB selbst in seinen früheren Projektaktivitäten im Rahmen des Projekts Financial Statement Presentation entwickelt hatte und auch als Grundlage für das IASB-Projekt Primary Financial Statements dienen sollen.

Zugehörige Veranstaltungen

  • 81. Sitzung IFRS-FA
  • 13.02.2020
  • 80. Sitzung IFRS-FA
  • 20.01.2020
  • 80. Sitzung IFRS-FA
  • 20.01.2020
  • IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosure

    Der IFRS-FA informierte sich über die Inhalte des IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosures und erörterte erstmalig die Vorschläge des IASB-Standardentwurfs. Dabei wurden in der Sitzung vorwiegend die Vorschläge zur Einführung von Kategorien und einer vorgegebenen Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung, die vorgeschlagenen Leitlinien zur Wahl des Gesamt- oder Umsatzkostenverfahrens sowie die Angabe von unternehmensspezifischen Leistungskennzahlen sowie ungewöhnlichen Erträgen und Aufwendungen diskutiert.

    Der IFRS-FA erörterte zunächst die drei neu definierten Zwischensummen und die hieraus resultierende Kategorisierung der Ergebnisrechnung in „Operating“, „Investing“ und „Financing“. Der IFRS-FA stellte fest, dass die gewählten Bezeichnungen der Kategorien unglücklich seien, da IAS 7 Kapitalflussrechnung gleichlautende Bezeichnungen verwendet und eine Kohärenz nicht gegeben ist. Ferner bliebe in Bezug auf die Kategorie „Operating“ der Begriff der „Hauptgeschäftsaktivitäten“ eines Unternehmens (main bussiness activities) unbestimmt. So würde aus dem Standardentwurf nicht klar, wie mit solchen Aktivitäten umzugehen sei, die nicht zu den gewöhnlichen Aktivitäten des Unternehmens zählen. Zu der vorgeschlagenen Unterscheidung zwischen „integralen“ und „nicht-integralen“ assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen äußerte der IFRS-FA Bedenken, dass sich in praxi Abgrenzungsschwierigkeiten ergeben werden.

    Hinsichtlich der Vorgaben zur Wahl des Darstellungsformats der Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatzkosten- versus Gesamtkostenverfahren) stellte der IFRS-FA fest, dass der Standardentwurf Leitlinien für die Wahl des geeigneten Verfahrens unterbreite. Kritisch äußerte sich der IFRS-FA zur Ausdehnung der Angabepflichten, sofern das Umsatzkostenverfahren angewendet wird.

    Hinsichtlich der Vorschläge zur Angabe von ungewöhnlichen Erträgen und Aufwendungen („unusual income and expenses“) stellte der IFRS-FA fest, dass die vorgegebenen Leitlinien deutlich restriktiver seien als die derzeit in praxi „übliche“ Vorgehensweise der Bereinigung von Kennzahlen. Gleichwohl äußerte der IFRS-FA Zweifel daran, dass sich durch die vorgeschlagenen Leitlinien das Ausmaß der Bereinigungen von Kennzahlen bzw. die Berichterstattung von alternativen Leistungskennzahlen eindämmen lasse.

    Der IFRS-FA diskutierte einige der Änderungsvorschläge kritisch. Die Stoßrichtung und Zielsetzung der Vorschläge des IASB, die insbesondere auf eine Erhöhung der Vergleichbarkeit und Transparenz abzielen, seien grundsätzlich nachvollziehbar. Unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten seien jedoch die Kosten der Implementierung für die Abschlussersteller mit dem zusätzlichen Nutzen für die Abschlussadressaten kritisch zu hinterfragen.

  • 74. Sitzung IFRS-FA
  • 25.04.2019
  • 74. Sitzung IFRS-FA
  • 25.04.2019
  • IASB Projekt Primary Financial Statements – Update

    Der IFRS-FA wurde über den aktuellen Stand des IASB-Projekts hinsichtlich der Überarbeitung der Hauptabschlussbestandteile, insbesondere der Ergebnisrechnung, im IFRS-Abschluss informiert.

    Vom IFRS-FA wurden keine Entscheidungen getroffen oder Sichtweisen zu den vorläufigen IASB-Entscheidungen festgelegt. Der IFRS-FA soll auch weiterhin in regelmäßigen Abständen über die aktuellen Entwicklungen in diesem Forschungsprojekt informiert werden.

  • 65. Sitzung IFRS-FA
  • 28.02.2018
  • 65. Sitzung IFRS-FA
  • 28.02.2018
  • Primary Financial Statements

    Der Fachausschuss informierte sich über den aktuellen Stand des IASB-Forschungsprojekts zu Primären Abschlussbestandteilen (Primary Financial Statements, PFS). Dabei wurden in dieser Sitzung vorwiegend die Entscheidungen über Anpassungen in der Kapitalflussrechnung erörtert. Neben der Diskussion über die Angleichung bzw. Abweichung von den Vorgaben für DSR 21 Kapitalflussrechnung wurde von Fachausschussmitgliedern erörtert, inwiefern eine stärkere Angleichung der Kategorien zwischen Ergebnis- und Kapitalflussrechnung zweckmäßig erscheint.

    Vom Fachausschuss wurden keine Entscheidungen getroffen oder Sichtweisen zu den vorläufigen IASB-Entscheidungen festgelegt. Der Fachausschuss soll auch weiterhin in regelmäßigen Abständen über die aktuellen Entwicklungen in diesem Forschungsprojekt informiert werden.

  • 64. Sitzung IFRS-FA
  • 18.01.2018
  • 64. Sitzung IFRS-FA
  • 18.01.2018
  • IASB-Projekt Primary Financial Statements – Überblick über aktuelle Entwicklungen

    Im Kontext des IASB-Projekts Primary Financial Statements wird der IFRS-FA über die vorläufigen IASB-Entscheidungen unterrichtet. Die Sitzung beschränkt sich zunächst auf die Änderungsvorschläge für die Ergebnisrechnung im IFRS-Abschluss. Die Änderungsvorschläge für die Kapitalflussrechnung sollen in einer Folgesitzung besprochen werden.

    Der IFRS-FA erörtert zunächst die zwei neu definierten Zwischensummen und die hieraus resultierende Kategorisierung der Ergebnisrechnung in operating, investing und financing. Aus Sicht des IFRS-FA seien grundsätzlich Vorteile gegenüber den aktuellen Vorgaben zur Darstellung der Ergebnisrechnung im IFRS-Abschluss zu erkennen. Es müsse sich aber noch im Detail zeigen, wie wesentliche Abgrenzungsfragen vor-genommen werden, etwa die Darstellung von Aufwendungen und Erträgen bei der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen.

    Hinsichtlich der Separierung der Erträge und Aufwendungen von integrierten bzw. nicht-integrierten assoziierten Unternehmen wird erläutert, dass eine solche Trennung auch schon in der Praxis teilweise vorgenommen wird, etwa bei der Darstellung operativer Leistungskennzahlen. Der Vorschlag einer Aufteilung sei somit nicht praxisfremd.

    Hinsichtlich der Vorschläge zur verpflichtenden Identifizierung und Angabe von Management Performance Measures (MPMs) in der Ergebnisrechnung (oder als Überleitung im Anhang) werden dem IFRS-FA die aktuellen Vorschläge des IASB-Mitarbeiterstabs erläutert. Der IFRS-FA sieht in den Vorschlägen Ähnlichkeiten zu bereits bestehenden Vorgaben durch Aufsichtsbehörden. Deshalb sei darauf zu achten, dass mögliche Änderungsvorschläge nicht im Widerspruch zu regulatorischen Vorgaben stehen. Zudem sei aber auch kritisch zu hinterfragen, ob bestehende Informationspflichten im regulatorischen Umfeld im Kontext von MPMs sich wirklich als nützlich darstellen.

Eingaben & Stellungnahmen

Literaturhinweise

Autor/In Titel Datum
Hillmer, Hans-Jürgen Trends und Perspektiven der Rechnungslegung 2019 (Teil 1) Bericht zum 19. PwC-Expertenforum vom 24./25.09.2019 in Frankfurt/M. KoR, 12/2019, 565 ff. 2019
Hoffmann, Wolf-Dieter Wegweiser zur Wesentlichkeit StuB, 05/2016, S. 165 f. 2016