IASB Hauptabschlussbestandteile (Primary Financial Statements)

Aktueller Stand

Nachdem der IASB zu Beginn des Jahres den Umfang des Projekts festgelegt hat, werden aktuell vom IASB vorläufige Sichtweisen für Verbesserungsvorschläge entwickelt. Ein erstes Konsultationsdokument (Diskussionspapier oder Entwurf) wird nicht innerhalb der nächsten sechs Monate erwartet.

Zielsetzung und Umfang

Die Hauptabschlussbestandteile umfassen die Bilanz, die Ergebnisrechnung, die Kapitalflussrechnung und die Eigenkapitalveränderungsrechnung. Der IASB hat sich in dem Projekt die folgenden Verbesserungsziele für die Ergebnisrechnung gesetzt:

  • Angabe von EBIT als zusätzliche Zwischensumme in der Ergebnisrechnung
  • Aufhebung von Wahlrechten bei der Darstellung von Abschlussposten in der Ergebnisrechnung
  • Leitlinien bei der Angabe von Leistungskennzahlen in der Ergebnisrechnung, inklusive der Angabe von Abschlussposten für einmalige, ungewöhnliche oder unregelmäßige Ereignisse bzw. Transaktionen
  • Verbesserte Kommunikation für das sonstige Ergebnis

Zudem werden Verbesserungen für die folgenden Bereiche der Hauptabschlussbestandteile angestrebt:

  • Aufhebung von Wahlrechten bzgl. der Klassifizierung bestimmter Zahlungsströme in der Kapitalflussrechnung
  • Angleichung der Ergebnis- und Kapitalflussrechnung bzgl. der Klassifizierung betrieblicher Aktivitäten (operating activities)
  • Einheitliche Startgröße für die Überleitung von Gewinngröße (z.B. operating income) auf Nettozahlungsstrom aus betrieblichen Aktivitäten
  • Gliederungsschemas für verschiedene Industriebereiche (in einer begrenzte Anzahl)
  • Grundsätze bzgl. der (Dis)Aggregation von Abschlussposten

Zugehörige Dokumente & Konsultationen

Titel Datum
Feedback Statement - Discussion Paper: Improving the Statement of Cash Flows
2017-07-13
Discussion Paper: Improving the Statement of Cash Flows
2016-10-20

Befassung durch den Fachausschuss

Der Fachausschuss hat sich im Kontext des IASB-Projekts mit einem Konsultationspapier des FRC beschäftigt und im März schriftlich Stellung bezogen, welches mögliche Verbesserungspotentiale für die IFRS-Kapitalflussrechnung gem. IAS 7 erörtert. Der IASB hatte bereits kenntlich gemacht, dass die Rückmeldungen zum FRC-Konsultationspapier auch einen Ausgangspunkt für eigene Überlegungen bilden werden. Zudem wurden im FRC-Konsultationspapier viele Vorschläge aufgenommen, die der IASB selbst in seinen früheren Projektaktivitäten im Rahmen des Projekts Financial Statement Presentation entwickelt hatte und auch als Grundlage für das neu gestartete IASB-Projekt dienen sollen.

Zugehörige Veranstaltungen

  • 65. Sitzung IFRS-FA
  • 28.02.2018
  • 65. Sitzung IFRS-FA
  • 28.02.2018
  • Primary Financial Statements

    Der Fachausschuss informierte sich über den aktuellen Stand des IASB-Forschungsprojekts zu Primären Abschlussbestandteilen (Primary Financial Statements, PFS). Dabei wurden in dieser Sitzung vorwiegend die Entscheidungen über Anpassungen in der Kapitalflussrechnung erörtert. Neben der Diskussion über die Angleichung bzw. Abweichung von den Vorgaben für DSR 21 Kapitalflussrechnung wurde von Fachausschussmitgliedern erörtert, inwiefern eine stärkere Angleichung der Kategorien zwischen Ergebnis- und Kapitalflussrechnung zweckmäßig erscheint.

    Vom Fachausschuss wurden keine Entscheidungen getroffen oder Sichtweisen zu den vorläufigen IASB-Entscheidungen festgelegt. Der Fachausschuss soll auch weiterhin in regelmäßigen Abständen über die aktuellen Entwicklungen in diesem Forschungsprojekt informiert werden.

  • 64. Sitzung IFRS-FA
  • 18.01.2018
  • 64. Sitzung IFRS-FA
  • 18.01.2018
  • IASB-Projekt Primary Financial Statements – Überblick über aktuelle Entwicklungen

    Im Kontext des IASB-Projekts Primary Financial Statements wird der IFRS-FA über die vorläufigen IASB-Entscheidungen unterrichtet. Die Sitzung beschränkt sich zunächst auf die Änderungsvorschläge für die Ergebnisrechnung im IFRS-Abschluss. Die Änderungsvorschläge für die Kapitalflussrechnung sollen in einer Folgesitzung besprochen werden.

    Der IFRS-FA erörtert zunächst die zwei neu definierten Zwischensummen und die hieraus resultierende Kategorisierung der Ergebnisrechnung in operating, investing und financing. Aus Sicht des IFRS-FA seien grundsätzlich Vorteile gegenüber den aktuellen Vorgaben zur Darstellung der Ergebnisrechnung im IFRS-Abschluss zu erkennen. Es müsse sich aber noch im Detail zeigen, wie wesentliche Abgrenzungsfragen vor-genommen werden, etwa die Darstellung von Aufwendungen und Erträgen bei der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen.

    Hinsichtlich der Separierung der Erträge und Aufwendungen von integrierten bzw. nicht-integrierten assoziierten Unternehmen wird erläutert, dass eine solche Trennung auch schon in der Praxis teilweise vorgenommen wird, etwa bei der Darstellung operativer Leistungskennzahlen. Der Vorschlag einer Aufteilung sei somit nicht praxisfremd.

    Hinsichtlich der Vorschläge zur verpflichtenden Identifizierung und Angabe von Management Performance Measures (MPMs) in der Ergebnisrechnung (oder als Überleitung im Anhang) werden dem IFRS-FA die aktuellen Vorschläge des IASB-Mitarbeiterstabs erläutert. Der IFRS-FA sieht in den Vorschlägen Ähnlichkeiten zu bereits bestehenden Vorgaben durch Aufsichtsbehörden. Deshalb sei darauf zu achten, dass mögliche Änderungsvorschläge nicht im Widerspruch zu regulatorischen Vorgaben stehen. Zudem sei aber auch kritisch zu hinterfragen, ob bestehende Informationspflichten im regulatorischen Umfeld im Kontext von MPMs sich wirklich als nützlich darstellen.

Eingaben & Stellungnahmen

Literaturhinweise

Autor/In Titel Datum
Hoffmann, Wolf-Dieter Wegweiser zur Wesentlichkeit StuB, 05/2016, S. 165 f. 2016