IASB Hauptabschlussbestandteile (Primary Financial Statements)

Aktueller Stand

Der IASB hat am 17. Dezember 2019 den Standardentwurf ED/2019/7 General Presentation and Disclosures veröffentlicht (Pressemitteilung). Als Reaktion auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie hat der IASB beschlossen, die Stellungnahmefrist um 3 Monate zu verlängern (Pressemitteilung). Stellungnahmen zum Standardentwurf sind nun bis zum 30. September 2020 möglich.

EFRAG hat am 24. Februar 2020 den Entwurf einer Stellungnahme zum IASB-Standardentwurf ED/2019/7 veröffentlicht und zur Kommentierung gestellt. Rückmeldungen zum EFRAG-Stellungnahmeentwurf werden bis zum 28. September 2020 erbeten.

Zielsetzung und Umfang

Der Standardentwurf ist das Ergebnis des vom IASB seit 2014 verfolgten Projekts „Hauptabschlussbestandteile“ (Primary Financial Statements), welches der IASB aufgrund der von Abschlussadressaten geäußerten Nachfrage nach:

  • einer höheren Vergleichbarkeit und Transparenz von Unternehmensabschlüssen,
  • einer stärkeren Aufgliederung von Informationen in den Hauptabschlussbestandteilen und im Anhang und
  • mehr Details zu unternehmensindividuellen Kennzahlen

priorisiert hatte.

Als Reaktion auf die von Abschlussadressaten geäußerten Informationsbedürfnisse schlägt der IASB Verbesserungen der Struktur und des Inhalts für die Hauptabschlussbestandteile vor, wobei der Schwerpunkt der Vorschläge auf der Darstellung der Ergebnisrechnung liegt. Im Einzelnen sieht der Standardentwurf ED/2019/7 General Presentation and Disclosures vor:

  • die Einführung von verpflichtenden Zwischensummen (wie z.B. ein betriebliches Ergebnis vor Finanzierung und Steuern) und Kategorien in der Gewinn- und Verlustrechnung,
  • die Aufhebung von (faktischen) Ausweiswahlrechten in der Ergebnisrechnung,
  • Ausweis und Angaben zu integralen und nicht-integralen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen,
  • die Einführung zusätzlicher Leitlinien zur Verbesserung der Aggregation und Disaggregation von Posten,
  • die Einführung von Angaben zu unternehmensindividuell definierten Leistungskennzahlen (Management Performance Measures), inklusive der Angabe von ungewöhnlichen Erträgen und Aufwendungen,
  • die Vereinheitlichung des Ausweises in der Kapitalflussrechnung, insbesondere durch Abschaffung von Wahlrechten in Bezug auf Cashflows aus gezahlten bzw. erhaltenen Zinsen sowie Dividenden, und
  • eine verbesserte Kommunikation für das sonstige Ergebnis.

Die Inhalte des Standardentwurfs hat der IASB in einem Webinar vorgestellt. Die Aufzeichnung dieser Präsentation ist auf der Internetseite des IASB abrufbar.

Zugehörige Dokumente & Konsultationen

Titel Datum
IASB Standardentwurf ED/2019/7: General Presentation and Disclosures Ende der Kommentierungsfrist: 30.09.2020
17/12/2019
Webinar des IASB zur Vorstellung der Inhalte des Standardentwurfs ED/2019/7: General Presentation and Disclosures
11/02/2020
Feedback Statement - Discussion Paper: Improving the Statement of Cash Flows
2017-07-13
Discussion Paper: Improving the Statement of Cash Flows
2016-10-20

FRC Konsultationspapier “Improving the Statement of Cash Flows”

Der Fachausschuss hat sich im Kontext des IASB-Projekts mit einem Konsultationspapier des FRC beschäftigt und im März 2017 schriftlich Stellung bezogen, welches mögliche Verbesserungspotentiale für die IFRS-Kapitalflussrechnung gem. IAS 7 erörtert. Der IASB hatte bereits kenntlich gemacht, dass die Rückmeldungen zum FRC-Konsultationspapier auch einen Ausgangspunkt für eigene Überlegungen bilden werden. Zudem wurden im FRC-Konsultationspapier viele Vorschläge aufgenommen, die der IASB selbst in seinen früheren Projektaktivitäten im Rahmen des Projekts Financial Statement Presentation entwickelt hatte und auch als Grundlage für das IASB-Projekt Primary Financial Statements dienen sollen.

Zugehörige Veranstaltungen

  • Öffentliche Diskussionsveranstaltung des DRSC zum IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosures
  • 11.09.2020
  • Öffentliche Diskussionsveranstaltung des DRSC zum IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosures
  • 11.09.2020
  • Diskussion zum IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosures

    • n/a
  • Öffentliche Diskussionsveranstaltung des DRSC zum IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosures
  • 07.09.2020
  • Öffentliche Diskussionsveranstaltung des DRSC zum IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosures
  • 07.09.2020
  • Diskussion zum IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosures

    • n/a
  • 88. Sitzung IFRS-FA
  • 05.08.2020
  • 88. Sitzung IFRS-FA
  • 05.08.2020
  • 87. Sitzung IFRS-FA
  • 18.06.2020
  • 87. Sitzung IFRS-FA
  • 18.06.2020
  • IASB ED/2019/7 General Presentation

    Der IFRS-FA setzte seine Erörterung des Entwurfs einer Stellungnahme zum IASB-Entwurf Allgemeine Darstellung und Angaben fort. Dabei erörterte der IFRS-FA insbesondere seine Gesamtposition sowie die Antwortentwürfe zu folgenden Vorschlägen des Standardentwurfs:

    • Residuale Definition der Kategorie „Operating“,
    • Vorgaben für Unternehmen, die Investitionen im Rahmen ihrer Hauptgeschäftstätigkeit tätigen,
    • Vorgaben für Unternehmen mit der Hauptgeschäftstätigkeit „Finanzierung von Kunden“ und
    • die Kategorie „Investing“.

    Der IFRS-FA bekräftigte seine Position, dass eine stärkere Kohärenz zwischen der Gewinn- und Verlustrechnung und der Kapitalflussrechnung herzustellen sei. Es sei nicht nachvollziehbar, warum der IASB davon abgesehen habe, die für die Gewinn- und Verlustrechnung unterbreiteten Vorschläge im Hinblick auf den Ausweis in der Kapitalflussrechnung zu reflektieren. Folglich solle gegenüber dem IASB angeregt werden, die im Standardentwurf unterbreiteten Vorschläge für die Darstellung und Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung auf die Kapitalflussrechnung zu übertragen. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf:

    • die vorgeschlagene Struktur und Darstellung der Kategorien „Operating“, „Investing“, „Financing“, „integrale assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, „Ertragsteuern“ und „aufgegebene Geschäftsbereiche“,
    • eine Angleichung der Definition und Inhalte der Kategorien „Operating“, „Investing“ und „Financing“,
    • die Abgrenzung der Geschäftsmodelle sowie Übertragung der Ausweisvorgaben für diese Geschäftsmodelle auf die Kapitalflussrechnung („Finanzierung von Kunden“ als Hauptgeschäftsaktivität sowie „Tätigung von Investments im Rahmen der Hauptgeschäftsaktivität“) und
    • eine Übertragung der durch den Standardentwurf unterbreiteten Vorschläge für die Ausweisvorgaben zu spezifischen Sachverhalten auf die Kapitalflussrechnung (wie z.B. Ausweis von Cashflows aus Derivaten und Sicherungsgeschäften).

    Ferner bekräftigte der IFRS-FA seine Position, dass das vom IASB vorgelegte Konzept der „Hauptgeschäftsaktivitäten des Unternehmens“ zu eng gefasst sei. Es solle angeregt werden, die Kategorie „Operating“ um Erträge und Aufwendungen aus Nebengeschäftsaktivitäten zu erweitern. Dem IASB solle eine weiter gefasste Definition der Kategorie „Operating“ vorgeschlagen werden, die darauf abstellt, dass die betreffenden Erträge und Aufwendungen dem Unternehmen im Rahmen der Ausübung seiner Aktivitäten bei der Umsetzung seines Geschäftsmodells angefallen sind. Dieses Grundprinzip solle – dem Kohärenz-Gedanken folgend – auch auf die Kapitalflussrechnung übertragen werden.

    Der IFRS-FA stellte ferner fest, dass auch im Hinblick auf die Kategorie „Investing“ eine Kohärenz mit der Kapitalflussrechnung anzustreben sei. Dies schließe ein, dass Ein- und Auszahlungen für den Erwerb bzw. aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten in der Kapitalflussrechnung in der Kategorie „Operating“ darzustellen wären, da die korrespondierenden Aufwendungen und Erträge (wie z.B. Abschreibungen sowie Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen) in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Kategorie „Operating“ ausgewiesen werden. Dieser Vorschlag stelle eine wesentliche Änderung zum derzeitigen Ausweis gemäß IAS 7 dar und sei daher in der Stellungnahme gesondert hervorzuheben.

    Als Ergebnis der Diskussion ist der Stellungnahmeentwurf entsprechend zu ergänzen bzw. in seiner Aussage zu schärfen. Der IFRS-FA wird die Erörterung des Stellungnahmeentwurfs in seiner kommenden Sitzung fortsetzen.

  • 86. Sitzung IFRS-FA
  • 08.06.2020
  • 86. Sitzung IFRS-FA
  • 08.06.2020
  • IASB ED/2019/7 General Presentation

    Der IFRS-FA setzte seine Erörterung des Entwurfs einer Stellungnahme zum IASB-Entwurf Allgemeine Darstellung und Angaben fort. Dabei erörterte der IFRS-FA insbesondere seine Gesamtposition zu den folgenden Vorschlägen des Standardentwurfs:

    • Definition der Kategorie „Operating“,
    • Änderungen zum Ausweis in der Kapitalflussrechnung und
    • Sonstige Änderungsvorschläge des IASB.

    Der IFRS-FA bekräftigte seine Zustimmung zu den vom IASB unterbreiteten Verbesserungsvorschlägen der Kapitalflussrechnung. Zu bedauern sei jedoch, dass der IASB nur in begrenztem Umfang Verbesserungsvorschläge unterbreite. Zu kritisieren sei insbesondere die fehlende Reflexion der Vorschläge (insbesondere der Definition und inhaltlichen Belegung der neuen Kategorien) im Hinblick auf die Kapitalflussrechnung.

    Der IFRS-FA erörterte daraufhin seine Position zur Kohärenz der primären Abschlussbestandteile. Der IFRS-FA führte aus, dass zwischen der Gewinn- und Verlustrechnung und der Kapitalflussrechnung eine (stärkere) Kohärenz durch den IASB hergestellt werden solle. Dies würde dazu beitragen, die Aussagekräftigkeit der Kapitalflussrechnung zu erhöhen. Eine Kohärenz aller primären Abschlussbestandteile (d.h. einschließlich der Bilanz) sei jedoch abzulehnen.

    Ferner bekräftigte der IFRS-FA seine Position, dass die Kategorie „Operating“ – vor dem Hintergrund der Zielsetzung des Standardentwurfs und der Bedeutung der Kennzahl „Operating profit or loss“ für Investoren – vom IASB direkt definiert werden sollte. Gleichwohl sei nicht zu erwarten, dass eine residuale Definition zu einem anderen Ergebnis führt, sofern die übrigen Kategorien (insbesondere „Investing“ und „Financing“) klar beschrieben und abgegrenzt sind.

    Das vom IASB vorgelegte Konzept der „Hauptgeschäftsaktivitäten des Unternehmens“ sei zu eng gefasst. Der Kategorie „Operating“ sollten auch Erträge und Aufwendungen aus Nebengeschäftsaktivitäten zugeordnet werden, die nicht die in Tz. B31 des Entwurfs dargelegten Kriterien einer Hauptgeschäftsaktivität erfüllen. Darüber hinaus sollten Zinserträge und -aufwendungen aus der Absatzfinanzierung, bei denen das eigentliche Kerngeschäft eines Unternehmens in der Produktion und dem Verkauf von Produkten besteht (z.B. Anlagenbauer, der seinen Kunden eine nachschüssige Zahlung anbietet), ebenfalls in der Kategorie „Operating“ ausgewiesen werden. Die Vorschläge des IASB zu Geschäftsmodellen, bei denen die Hauptgeschäftsaktivität in der „Finanzierung von Kunden“ besteht, seien diesbezüglich zu eng gefasst, sodass zu befürchten sei, dass diese zu einer uneinheitlichen Vorgehensweise in der Praxis führen werden.

    Im Ergebnis der Diskussion ist der Stellungnahmeentwurf entsprechend zu ergänzen bzw. die Antwortentwürfe in ihrer Aussage zu schärfen. Der IFRS-FA wird die Erörterung des Stellungnahmeentwurfs in der kommenden Sitzung im Juni 2020 fortsetzen.

  • 85. Sitzung IFRS-FA
  • 28.05.2020
  • 85. Sitzung IFRS-FA
  • 28.05.2020
  • 84. Sitzung IFRS-FA
  • 11.05.2020
  • 84. Sitzung IFRS-FA
  • 11.05.2020
  • 83. Sitzung IFRS-FA
  • 27.04.2020
  • 83. Sitzung IFRS-FA
  • 27.04.2020
  • IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosure

    Der IFRS-FA setzte die Diskussion zum IASB Standardentwurf ED/2019/7 General Presentation and Disclosures fort. Im Fokus der Diskussion standen die folgenden Vorschläge des IASB:

    • die Überlegungen des IASB, ein EBITDA zu definieren
    • die vorgeschlagenen Änderungen zum Ausweis in der Kapitalflussrechnung, und
    • die Vorgaben zur Erstanwendung und zum Übergang.

    Die Entscheidung des IASB, keine Definition eines EBITDA zu erarbeiten, wird zwar bedauert.

    Die angeführten Gründe des IASB, dass eine Vereinheitlichung angesichts der Vielzahl der in der Praxis anzutreffenden unternehmensspezifischen Definitionen eines EBITDA nur schwer möglich ist, seien letztlich aber nachvollziehbar. Vor diesem Hintergrund könne auch die vorgeschlagene Ausnahmeregelung (d.h. die Ausnahme der Kennzahl „operating profit or loss before depreciation and amortization” von den Angabepflichten für Management Performance Measures) nachvollzogen werden. Gleichwohl sei dies allenfalls als eine pragmatische Kompromisslösung anzusehen.

    Den vorgeschlagenen Änderungen zur Vereinheitlichung des Ausweises in der Kapitalflussrechnung (insbesondere der Abschaffung der Ausweiswahlrechte für Cashflows aus gezahlten bzw. erhaltenen Zinsen und Dividenden) könne zugestimmt werden.

    Festzustellen sei, dass diese Vorgaben für die überwiegende Zahl der Industrieunternehmen eine Ausweisänderung im Hinblick auf den Ausweis der Cashflows aus erhaltenen Zinsen und Dividenden sowie gezahlten Zinsen darstellen.

    Kritisch sei anzumerken, dass der IASB zur Verbesserung der Darstellung in der Kapitalflussrechnung – mit dem Ziel einer Angleichung des Ausweises in der Gewinn- und Verlustrechnung und in der Kapitalflussrechnung – nur sehr begrenzte Änderungen vorschlägt. Eine weitergehende Kohärenz wird mit dem Standardentwurf nicht angestrebt.

    In Bezug auf die Vorgaben zum Übergang und zur erstmaligen Anwendung begrüßte der IFRS-FA, dass der neue IFRS Standard retrospektiv angewendet werden soll (Tz. 119). Zudem sei festzustellen, dass der erste Abschluss, der nach dem neuen IFRS Standard aufzustellen ist, der erste, nach IAS 34 aufzustellende Zwischenabschluss im Jahr der Erstanwendung ist (Tz. 118; BC184).

    Kritisch äußerte sich der IFRS-FA in Bezug auf den vorgeschlagenen Übergangszeitraum von 18-24 Monaten. Angesichts der ggf. erforderlichen Anpassungen an Prozessen und Systemen sowie der rückwirken-den Anwendung, die eine Anwendung bereits für das Vergleichsjahr erfordert, sollte den betroffenen Unternehmen ein längerer Übergangszeitraum (von z.B. 36 Monaten) gewährt werden.

    Der IFRS-FA hat seine inhaltliche Erörterung zu den Vorschlägen im Standardentwurf damit abgeschlossen. In den folgenden Sitzungen soll der Entwurf einer Stellungnahme besprochen werden.

  • 82. Sitzung IFRS-FA
  • 23.03.2020
  • 82. Sitzung IFRS-FA
  • 23.03.2020
  • IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosure


    Der IFRS-FA setzte die Diskussion zum IASB Standardentwurf ED/2019/7 General Presentation and Disclosures fort. Gegenstand der Erörterung waren die folgenden Vorschläge des IASB:

    • die Ausweisvorgaben für Unternehmen, die Investments im Rahmen ihrer Hauptgeschäftstätigkeit tätigen (insbesondere Versicherungsunternehmen),
    • die Ausweisvorgaben für Unternehmen mit der Hauptgeschäftstätigkeit „Finanzierung von Kunden“,
    • die Funktion der primären Abschlussbestandteile und des Anhangs sowie die vor-geschlagenen Grundsätze und Leitlinien der Aggregation und Disaggregation,
    • die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkosten- bzw. Umsatzkostenverfahren,
    • die Angaben zu ungewöhnlichen Erträgen und Aufwendungen und
    • die Angaben zu Management Performance Measures.

    Im Hinblick auf die Ausweisvorgaben für bestimmte Geschäftsmodelle stellte der IFRS-FA fest, dass der Standardentwurf nicht hinreichend klar sei in Bezug auf die Begriffe der „Hauptgeschäftstätigkeit“ sowie die Abgrenzung zur Kategorie „Operating“. Insbesondere bleibe unklar, wann eine Klassifizierung von Erträgen und Aufwendungen in der Kategorie „Operating“ vorzunehmen sei, wenn das Unternehmen mehrere Geschäftsmodelle aufweist. So würden nach dem derzeitigen Vorschlag des IASB ggf. solche Sachverhalte nicht von der Kategorie „Operating“ (bzw. unternehmensübergreifend ggf. uneinheitlich) erfasst, bei denen der Absatz der Produkte klar im Vordergrund steht, allerdings eine mit dem Absatz einhergehende Finanzierung des Kunden üblich ist.

    Die vom IASB vorgeschlagene Beschreibung der Funktion der primären Abschlussbestandteile sowie des Anhangs sei nachvollziehbar und entspreche dem allgemeinen Verständnis. Auch die vorgeschlagenen Grundsätze und Leitlinien der Aggregation und Disaggregation seien nachvollziehbar. Kritisch hinterfragte der IFRS-FA, ob zu erwarten sei, dass die Vorschläge zu einer Veränderung der derzeit gelebten Praxis führen werden.

    In Bezug auf die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkosten- bzw. dem Umsatzkostenverfahren erörterte der IFRS-FA insbesondere die Vorschläge zum Verbot von „Mischformen“. Kritisch sei anzumerken, dass der IASB selbst Ausnahmen vorsehe (bspw. in B47 und BC115 f.). Ferner könne überlegt werden, ob nicht auch zusätzliche Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung, die nicht in Einklang mit einer solchen „sortenreinen“ Darstellung nach dem Gesamtkosten- oder dem Umsatzkostenverfahren stehen, relevante Informationen für den Abschlussadressaten bereitstellen würden und bisher aus der Analysepraxis keine nachhaltigen Hinweise zu einer eingeschränkten Aussagekraft bekannt sind.

    In Bezug auf die vom IASB vorgeschlagene Definition von ungewöhnlichen Erträgen und Aufwendungen diskutierte der IFRS-FA, ob diese auch in Krisenzeiten (wie der derzeitigen Corona-Krise) zu robusten Ergebnissen führe. Als problematisch wurde in diesem Zusammenhang das Erfordernis der Bildung einer Erwartungshaltung gesehen, welche gerade in Krisenzeiten nur schwer möglich sei.

    Die Vorschläge des IASB zu Management Performance Measures seien unter Transpa-renzgesichtspunkten zu begrüßen. Allerdings seien konzeptionelle Schwächen in der Definition von Management Performance Measures festzustellen (wie z.B. der Ausschluss von Bilanz-Kennzahlen und Cashflow-Kennzahlen). Eine Ausweitung des An-wendungsbereichs von Management Performance Measures sei jedoch aus Sicht der Abschlussersteller nicht erstrebenswert.

    Der IFRS-FA wird seine Diskussion zum IASB Standardentwurf in der kommenden Sitzung fortsetzen.

  • Schulungsveranstaltung zum IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosures
  • 28.02.2020
  • Schulungsveranstaltung zum IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosures
  • 28.02.2020
  • Schulungsveranstaltung zum IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosures
  • 21.02.2020
  • Schulungsveranstaltung zum IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosures
  • 21.02.2020
  • 81. Sitzung IFRS-FA
  • 13.02.2020
  • 81. Sitzung IFRS-FA
  • 13.02.2020
  • IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosure

    Der IFRS-FA setzte die Diskussion zum IASB Standardentwurf ED/2019/7 General Presentation and Disclosures fort. Im Fokus der Diskussion standen die Vorschläge zur Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung und zur Einführung von Kategorien.

    Der IFRS-FA begrüßte die Zielrichtung der Vorschläge zur Vereinheitlichung des Ausweises und zur Erhöhung der Vergleichbarkeit durch die Einführung von Kategorien und Zwischensummen in der Gewinn- und Verlustrechnung. Im Ergebnis wäre jedoch in der weiteren Diskussion der Änderungsvorschläge zu hinterfragen, ob die einzelnen Vorschläge zu dieser übergeordneten Zielsetzung beitragen.

    Kritisch merkte der IFRS-FA an, dass das übergeordnete Prinzip der Zuordnung der Aufwendungen und Erträge auf die Kategorien „Operating“, „Investing“ und „Financing“ unklar bliebe. Insbesondere erscheine die Definition der Kategorie „Operating“ als Residualgröße – insbesondere vor dem Hintergrund der Zielsetzung des Standardentwurfs, den Begriff „operatives Ergebnis“ zu definieren – fragwürdig. Darüber hinaus sei die Verwendung der Begriffe „Operating“, „Investing“ und „Financing“ insoweit unglücklich, dass identische Begriffe mit abweichender Bedeutung für die Kapitalflussrechnung in IAS 7 verwendet werden.

    Der IFRS-FA wird seine Diskussion zum IASB Standardentwurf in der kommenden Sitzung im März 2020 fortsetzen.

  • 80. Sitzung IFRS-FA
  • 20.01.2020
  • 80. Sitzung IFRS-FA
  • 20.01.2020
  • IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosure

    Der IFRS-FA informierte sich über die Inhalte des IASB ED/2019/7 General Presentation and Disclosures und erörterte erstmalig die Vorschläge des IASB-Standardentwurfs. Dabei wurden in der Sitzung vorwiegend die Vorschläge zur Einführung von Kategorien und einer vorgegebenen Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung, die vorgeschlagenen Leitlinien zur Wahl des Gesamt- oder Umsatzkostenverfahrens sowie die Angabe von unternehmensspezifischen Leistungskennzahlen sowie ungewöhnlichen Erträgen und Aufwendungen diskutiert.

    Der IFRS-FA erörterte zunächst die drei neu definierten Zwischensummen und die hieraus resultierende Kategorisierung der Ergebnisrechnung in „Operating“, „Investing“ und „Financing“. Der IFRS-FA stellte fest, dass die gewählten Bezeichnungen der Kategorien unglücklich seien, da IAS 7 Kapitalflussrechnung gleichlautende Bezeichnungen verwendet und eine Kohärenz nicht gegeben ist. Ferner bliebe in Bezug auf die Kategorie „Operating“ der Begriff der „Hauptgeschäftsaktivitäten“ eines Unternehmens (main bussiness activities) unbestimmt. So würde aus dem Standardentwurf nicht klar, wie mit solchen Aktivitäten umzugehen sei, die nicht zu den gewöhnlichen Aktivitäten des Unternehmens zählen. Zu der vorgeschlagenen Unterscheidung zwischen „integralen“ und „nicht-integralen“ assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen äußerte der IFRS-FA Bedenken, dass sich in praxi Abgrenzungsschwierigkeiten ergeben werden.

    Hinsichtlich der Vorgaben zur Wahl des Darstellungsformats der Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatzkosten- versus Gesamtkostenverfahren) stellte der IFRS-FA fest, dass der Standardentwurf Leitlinien für die Wahl des geeigneten Verfahrens unterbreite. Kritisch äußerte sich der IFRS-FA zur Ausdehnung der Angabepflichten, sofern das Umsatzkostenverfahren angewendet wird.

    Hinsichtlich der Vorschläge zur Angabe von ungewöhnlichen Erträgen und Aufwendungen („unusual income and expenses“) stellte der IFRS-FA fest, dass die vorgegebenen Leitlinien deutlich restriktiver seien als die derzeit in praxi „übliche“ Vorgehensweise der Bereinigung von Kennzahlen. Gleichwohl äußerte der IFRS-FA Zweifel daran, dass sich durch die vorgeschlagenen Leitlinien das Ausmaß der Bereinigungen von Kennzahlen bzw. die Berichterstattung von alternativen Leistungskennzahlen eindämmen lasse.

    Der IFRS-FA diskutierte einige der Änderungsvorschläge kritisch. Die Stoßrichtung und Zielsetzung der Vorschläge des IASB, die insbesondere auf eine Erhöhung der Vergleichbarkeit und Transparenz abzielen, seien grundsätzlich nachvollziehbar. Unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten seien jedoch die Kosten der Implementierung für die Abschlussersteller mit dem zusätzlichen Nutzen für die Abschlussadressaten kritisch zu hinterfragen.

  • 74. Sitzung IFRS-FA
  • 25.04.2019
  • 74. Sitzung IFRS-FA
  • 25.04.2019
  • IASB Projekt Primary Financial Statements – Update

    Der IFRS-FA wurde über den aktuellen Stand des IASB-Projekts hinsichtlich der Überarbeitung der Hauptabschlussbestandteile, insbesondere der Ergebnisrechnung, im IFRS-Abschluss informiert.

    Vom IFRS-FA wurden keine Entscheidungen getroffen oder Sichtweisen zu den vorläufigen IASB-Entscheidungen festgelegt. Der IFRS-FA soll auch weiterhin in regelmäßigen Abständen über die aktuellen Entwicklungen in diesem Forschungsprojekt informiert werden.

  • 65. Sitzung IFRS-FA
  • 28.02.2018
  • 65. Sitzung IFRS-FA
  • 28.02.2018
  • Primary Financial Statements

    Der Fachausschuss informierte sich über den aktuellen Stand des IASB-Forschungsprojekts zu Primären Abschlussbestandteilen (Primary Financial Statements, PFS). Dabei wurden in dieser Sitzung vorwiegend die Entscheidungen über Anpassungen in der Kapitalflussrechnung erörtert. Neben der Diskussion über die Angleichung bzw. Abweichung von den Vorgaben für DSR 21 Kapitalflussrechnung wurde von Fachausschussmitgliedern erörtert, inwiefern eine stärkere Angleichung der Kategorien zwischen Ergebnis- und Kapitalflussrechnung zweckmäßig erscheint.

    Vom Fachausschuss wurden keine Entscheidungen getroffen oder Sichtweisen zu den vorläufigen IASB-Entscheidungen festgelegt. Der Fachausschuss soll auch weiterhin in regelmäßigen Abständen über die aktuellen Entwicklungen in diesem Forschungsprojekt informiert werden.

  • 64. Sitzung IFRS-FA
  • 18.01.2018
  • 64. Sitzung IFRS-FA
  • 18.01.2018
  • IASB-Projekt Primary Financial Statements – Überblick über aktuelle Entwicklungen

    Im Kontext des IASB-Projekts Primary Financial Statements wird der IFRS-FA über die vorläufigen IASB-Entscheidungen unterrichtet. Die Sitzung beschränkt sich zunächst auf die Änderungsvorschläge für die Ergebnisrechnung im IFRS-Abschluss. Die Änderungsvorschläge für die Kapitalflussrechnung sollen in einer Folgesitzung besprochen werden.

    Der IFRS-FA erörtert zunächst die zwei neu definierten Zwischensummen und die hieraus resultierende Kategorisierung der Ergebnisrechnung in operating, investing und financing. Aus Sicht des IFRS-FA seien grundsätzlich Vorteile gegenüber den aktuellen Vorgaben zur Darstellung der Ergebnisrechnung im IFRS-Abschluss zu erkennen. Es müsse sich aber noch im Detail zeigen, wie wesentliche Abgrenzungsfragen vor-genommen werden, etwa die Darstellung von Aufwendungen und Erträgen bei der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen.

    Hinsichtlich der Separierung der Erträge und Aufwendungen von integrierten bzw. nicht-integrierten assoziierten Unternehmen wird erläutert, dass eine solche Trennung auch schon in der Praxis teilweise vorgenommen wird, etwa bei der Darstellung operativer Leistungskennzahlen. Der Vorschlag einer Aufteilung sei somit nicht praxisfremd.

    Hinsichtlich der Vorschläge zur verpflichtenden Identifizierung und Angabe von Management Performance Measures (MPMs) in der Ergebnisrechnung (oder als Überleitung im Anhang) werden dem IFRS-FA die aktuellen Vorschläge des IASB-Mitarbeiterstabs erläutert. Der IFRS-FA sieht in den Vorschlägen Ähnlichkeiten zu bereits bestehenden Vorgaben durch Aufsichtsbehörden. Deshalb sei darauf zu achten, dass mögliche Änderungsvorschläge nicht im Widerspruch zu regulatorischen Vorgaben stehen. Zudem sei aber auch kritisch zu hinterfragen, ob bestehende Informationspflichten im regulatorischen Umfeld im Kontext von MPMs sich wirklich als nützlich darstellen.

Eingaben & Stellungnahmen

Veröffentlichungen Dritter

Titel Datum
EFRAG Entwurf einer Stellungnahme zum IASB Standardentwurf
24/02/2020

Literaturhinweise

Autor/In Titel Datum
Hebestreit, Gernot/ Teitler-Feinberg, Evelyn Neue Zwischensalden in der Gewinn- und Verlustrechnung, Angabe von Non-GAAP-Leistungsindikatoren und stärkere Aufschlüsselung von Abschlussposten – Was der ED „General Presentation and Disclosures“ vorschlägt IRZ, 07-08/2020, S. 343 ff. 2020
Heintges, Sebastian/ Naumann, Maria ED/2019/7 „General Presentation and Disclosures“– Was ist gut; was könnte besser sein? Der Betrieb, 30/2020, S. 1521 ff. 2020
Kirsch, Hanno Struktur der Abschlussinstrumente und GuV-bezogene Angabepflichten nach ED/2019/7 Teil 1: GuV und erfolgsbezogene Angaben KoR, 07-08/2020, S. 334 ff. 2020
Beyersdorff, Martin Mehr Einblick in die Ertragslage nach IFRS? ED/2019/7 „General Presentation and Disclosures“ des IASB WPg, 10/2020, S. 1561 ff. 2020
Grote, Rainer / von Keitz, Isabel Mögliche Auswirkungen durch ED/2019/7 für die Ergebnisdarstellung in der GuV Eine Analyse anhand der Konzernabschlüsse 2018 ausgewählter deutscher IFRS-Bilanzierer KoR, 05/2020, S. 204 ff. 2020